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Montag, 19. März 2007

La vie triste

Auf frühen Familienfesten wurde von meinem stets gut informierten Onkel gerne die Behauptung aufgestellt, dass sich die Menschheit in 100 Jahren sowieso nur noch von Pillen ernähre; gefolgt von der zweiten Behauptung, dass man dann mit 75 die Sterbepille bekäme, wegen der droheneden Überbevölkerung.

Schon damals erschien es mir aber, angesichts der leckerern Dinge die meine Mutter zu den Familienfeiern auffuhr, sehr unwahrscheinlich, dass die Menschheit einmal so wenig Zeit haben würde, dass Mahlzeiten durch Pillen ersetzt werden würden.

Heute bin ich da nicht mehr so sicher. Es sind zwar noch keine Pillen, aber auf Mini-Getränke-Größe hat die Nahrungsmittelindustrie sich schon vorgearbeitet. Actimel und Co. machten den Anfang und bedienten noch die, die Sorge hatten, sich durch herkömmliche Nahrung nicht gesund genug zu ernähren.

Seit ein paar Tagen hat Knorr mit "VIE" nun 4 Sorten eines Obst/Gemüse- Trinkpürees auf dem Markt, das 50% des Tagesbedarfes an Obst und Gemüse deckt.

  • Orange Banane Karotte
  • Bananae Kürbis Kiwi
  • Apfel Karotte Erdbeere
  • Ananas Passionsfrucht Mais
Eltern mit Kindern seien gewarnt, ihren Sprösslingen eine dieser Kombinationen zu Versuchszwecken zu geben. Diese würden es ihnen wohl um die Ohren spucken. Der moderne, gesundheitsbewusste Mensch hingegen scheint "Kauen" als eine Angelegenheit zu betrachten, die es endlch zu überwinden gilt.

Da bleibt mir nur: Viel Spaß beim "schlabbern" zu wünschen. Und vielleicht wird ja seine zweite Behauptung auch irgendwann wahr...

Montag, 12. März 2007

Für Stammleser!

Sie: "Immer nimmst du dir so viel Arbeit mit nach Hause. Mir schmeckt das nicht!"
Er: "Mir schon...."

Deck auf!


Dienstag, 27. Februar 2007

Draußen nur Kännchen!

Ich finde es ist Zeit, einmal ein paar Worte zur deutschen Kaffeekultur zu verlieren.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass man im Ausland mit Stolz präsentierte Schilder finden konnte, auf denen „Deutscher Filterkaffee“ als Besonderheit angepriesen wurde. Und das nicht nur in unserem siebzehnten Bundesland auf den Balearen! Etwas mehr Arroganz schlug einem dagegen schon in manchem „Sonntags-Oma-Café“ entgegen. Nicht selten war auf der Terrasse ein „Draußen nur Kännchen!“ im militärischem Befehlston zu hören.

Und heute….? Café Olé, Latte macchiato, Schümli. Espresso & Co beherrschen inzwischen das Kaffeeland. Nun ist gegen eine Erweiterung des Angebotes ja nichts zu sagen, aber nach reiflicher Überlegung, will ich meinen Filterkaffee wieder ins Programm aufgenommen wissen. Und zwar aus den folgenden Gründen:

Latte macchiato
Sicher momentan der Star unter den Kaffees. Nun sieht das Zweiphasen-Gemisch aus Espresso und Milch wie es sich umeinander schmiegt sicher sehr schön aus und bietet Freunden des Wortes auch vielerlei Assoziationsmöglichkeiten philosophischer und sexueller Art.( Gabriel Barylli hat dies zum Beispiel in seinem „Butterbrot“ sehr nett beschrieben.) Aber rein praktisch verbrenne ich mir beim Latte jedes Mal die Fingerspitzen. Und mal ehrlich: Wenn er schmecken soll, muss man ihn doch umrühren.

Espresso
Ist wie ein Quicky. Dagegen ist, wenn es nicht zur Gewohnheit wird, ja nichts zu sagen. Männer haben dabei aber nicht mal die Zeit, mehr als ein oder zwei Bundesliga-Begegnungen des Wochenendes zu analysieren. Frauen können nur die Beziehungsprobleme einer Freundin lösen. Wer glaubt, zwei Expressi oder gar ein „doppelter“ würden das Vergnügen erhöhen, verweise ich auf die eingangs gebrauchte Metapher des Quickys.

Cappuccino, Café Olé/Milchkaffee
Den Cappuccino gibt es als Alternative zum Filterkaffee schon sehr lange. Ebenso, wie beim Milchkaffee, der anfangs gerne in schnell auskühlenden, henkellosen Halbkugeltassen serviert wurde, sind beim Cappuccino die Zeiten da er mit Sahne serviert wurde, gottlob vorbei. Durch die Schaumkrone haben Männer noch Zeit für die 2.Liga und Frauen können der Freundin die neuesten Macken des eigenen Freundes mitteilen, so dass wieder neuer Gesprächsstoff für andere Runden da ist.
All dass hilft aber nicht, wenn man (wie ich) kein Freund es Milchschaums ist. Als Alternative sind sie ok, aber als dauerhaften Ersatz taugen Cappuccino und Café Olé nicht.

Nespresso, Senseo, Cafissimo & Co.
Diese für den Hausgebrauch bestimmtem Varianten sind gut geeignet für den erfolgreichen Single-Hausmann, der morgens schnell auf Betriebstemperatur kommen muss oder am Abend nur wenig Zeit hat, sich zu erfrischen, weil ein abendlicher Termin ansteht. Aber was tun, wenn mal Besuch kommt? Bis der letzte Gast seinen Kaffee hat, will der erste schon wieder Nachschub. Abgesehen davon sind die Pads und Kapseln ökologisch und was den Preis betrifft eine Katastrophe. Aber im muss zugeben. Die Maschinen sehen gut aus. Mit allerlei Accessoires wie Kapselspender und Kakaopulverstreuer ausgestattet, wertet es eine Küche auf.
Tja, so sieht sie für mich aus, die neue Kaffeewelt.

Ich glaube, nächstes Jahr geht es mal wieder nach "Malle", Filterkaffee trinken.