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Donnerstag, 15. April 2010

How to Hot Dog

Nun gibt es ja im Web für alles und jedes eine Anleitung. Auch dafür, wie man Hot Dogs richtig macht, aber warum hält sich bloß keiner daran? Allerorten das gleich Spiel: Aus Angst sich zu bekleckern, wird auf Röstzwiebeln, Gürkchen und fast alle Soßen verzichtet und das Würstchen quasi allein mit dem Brötchen verzehrt! Was für ein Hot Dog Frevel. Die andere Fraktion haut alles drauf was geht, aber so dass nach Verzehr eine Dusche ansteht, weil die Zutaten beim Zubeißen mit hoher Geschwindigkeit an anderer Stelle austreten. Meist in Richtung der getragenen hellen Kleidung.

Aber es geht auch anders. Daher hier für alle Freunde der schnellen Wurst meine Tipps!

1. Die nötige Grund-Stabilität bekommt ein Hot Dog durch das Brötchen. Dieses sollte daher zwar längst aufgeschnitten, aber nicht ganz durchgeschnitten sein. Die Kunst besteht darin, soweit zu schneiden, dass genug Soße reinpasst, aber nicht soweit, dass es zum Riss durch Aufweichen kommt. Das vorherige Toasten verleiht dem Brötchen mehr Stabilität. Es sollte daher nicht vergessen werden.

2. Die Wurst sollte der Gattung Frankfurter oder Pølser entstammen. Das Rot der Pølser ist Geschmackssache. Auf keinen Fall sollte die Wurst aber zu dick sein. Dann bekommt man ein böses Soßenproblem. Ab dem Zeitpunkt, zu dem die Wurst im Brötchen ist, muss der Hot Dog zügig weiterverarbeitet werden da ab jetzt das Erkalten droht und damit das Geschmackserlebnis arg getrübt wird.

3. Der nächste Schritt ist das Aufbringen der Soßen und damit die heikelste Situation der Zubereitung. Die Erfinder des Hot Dogs haben vorgesehen, dass man alle 3 Soßen (Ketchup, Senf und Remoulade) benötigt, um ein vollwertiges Geschmackserlebnis zu haben. Ich habe mich schon oft gefragt, ob man die Soßen nicht gleich zu einer mischen könnte. Das würde vieles vereinfachen. Ich bin aber zu dem Schluss gekommen, dass das optische Ergebnis den Geschmack deutlich trüben würde.



Die Soßen müssen links, rechts und auf der Wurst positioniert werden. Hierbei ist darauf zu achten, am Ende und am Anfang des Brötchens eher sparsam zu sein, da es durch die mechanischen Kräfte beim Zubeißen zu einem Schub der Soßen in diese Richtungen kommt. Die Soße der man die größte Zuneigung entgegenbringt, sollte auf der Wurst zum Einsatz kommen. Hier ist der meiste Platz. Man kann zudem auch die aus dem Brötchen hinausragenden Wurstteile "besoßen".

4. Als nächster Schritt müssen die Röstzwiebeln eingearbeitet werden. Diese geben dem Hot Dog die innere Stabilität, vergleichbar mit dem in Beton eingearbeiteten Eisenstäben. Sie erhöhen die Viskosität der Soßen und sind daher unverzichtbar. Wer Röstzwiebeln nicht mag, muss bei der Soße große Abstriche machen oder sollte gleich zum Hamburger greifen.

5. Als letzter Schritt wird das Bauwerk mit Gurke belegt. Auf gar keinen Fall sollte das Belegen mit Gurkenscheiben vor der Einarbeitung der Zwiebeln erfolgen. Das austretende Gurkenwasser verwässert die Soßen und verringert die Viskosität. Da der Verwässerungseffekt auch trotz Röstzwiebeln eintritt, ist der baldige Verzehr des Hot Dogs nach Gurkenbelag anzuraten. Unnötige Diskussionen darüber was man dazu trinkt oder das Wetter sollten zurückgestellt werden.

Wer all dies beachtet, dem steht ein ungetrübter Fast-Food-Genuss bevor. Zum "Üben" empfehle ich aus Preisgründen den Besuch eines großen schwedischen Möbelhauses.

Dienstag, 6. April 2010

Sandbaged with her handbag

Es wird Zeit hier mal in aller Öffentlichkeit über ein Thema zu berichten, über das es auf den ersten Blick eigentlich nicht viel zu sagen gibt. Es geht um Handtaschen. Ich glaube, ich habe ein psychologisches Problem mit ihnen und will mich der Sache hier mal so gar nicht wissenschaftlich nähern, denn schließlich sind wir hier ja in einem Blog und nicht bei Science oder so.

Zunächst einmal bedarf es vielleicht einer Klassifizierung der Handtasche. Man kann grob drei Varianten ausmachen.

Die erste hat eine Größe einer  kleinen Geldbörse, ist meist strass besetzt und hängt an der Schulter einer dezent geschminkten Dame mit einem Body-Mass-Index unter 20. Über den Handtaschen-Inhalt kann nur spekuliert werden, da in eine solche Handtasche einfach nicht viel hineinpasst und noch nie jemand gesehen hat, dass eine Trägerin etwas aus ihr hervorgeholt hätte. Es muss sich demnach um etwas völlig unbrauchbares handeln, wie Teebeutel oder Murmeln. Diese Art Handtasche ist demnach in der Kategorie Assesoir zuzurechnen. Sie dient quasi als Kleidungsstück

Die zweite Variante ist mit 25-30 cm breite deutlich größer, besitzt kurze Tragegriffe und wird vorzugsweise mittels Hindurchstecken der Hand, zwischen Achsel und Innenarm getragen. Die Trägerinnen sind dem Typus Geschäftsfrau (gern aus dem Bereich Marketing) zuzurechnen, haben einen forschen Gang und fördern aus den Tiefen der Tasche schier unendliche Mengen nützlicher Dinge hervor. Zum Inhalt gehören mindestens zwei Handys (beruflich und privat), ein Smoothy, Kaugummi (das Meeting nach dem Mittagessen!) ein Riesenportemonnaie, mit vielen Bonuskarten und einem Bild von einem schlanken smarten Mann (Mir scheint, ist es immer derselbe!??), Taschentücher, ein Schirm, Autoschlüssel, Haustürschlüssel, Hustenbonbons, ein Stadtplan, ein Terminplaner, Kontaktlinsenreiniger, ein ipod, Schminksachen und Ersatzstrumpfhosen. Diese Art Handtasche wird von den Trägerinnen, obwohl sie ständig Dinge hineinlegen und herausnehmen, gerne auch aus der Hand gegeben.

Hier möchte ich kurz auf meine Handtaschenphobie eingehen. Ich habe nämlich ein gehöriges Problem mit Handtaschen, die mir Frauen einfach in die Hand drücken ("Halt mal, ich will nur kurz den Mantel anprobieren"). Aus meiner Sicht gibt es nichts Bescheuerteres als einen Mann, der irgendwo peinlich berührt und wartend mit einer Handtasche herumsteht. Meine Güte, das sieht doch so was von Oberschwul aus... Nicht das ich was dagegen hätte, dass man mich für schwul hält, aber dann doch bitte nicht so tuntig-klischeehaft. Außerdem habe ich die Vermutung, dass das "Handtaschen-halten" bei bestimmten Frauen so eine Art ist, der Welt zu zeigen, dass sie ihren Mann im Griff haben, weil er sich für sie öffentlich zum Deppen macht. Deswegen gehöre ich schon seit Jahren zur Gruppe der notorischen Handtaschenverweigerer. (Was das Thema betrifft habe ich übrigens mit meiner Frau großes Glück!)

Schließlich kommen wir zur letzten Kategorie der Handtaschenträgerinnen. Diesen Typus gibt es in mehreren Ausprägungen. Anders als Typ 2, würde keine der Damen ihre Tasche jemals freiwillig aus der Hand geben. Auch beim Essen wird sie entweder über den Stuhl gehängt und mit dem Rücken eingeklemmt oder in Sichtweite unter dem Tisch platziert. Hintergrund dieser Vorsicht ist eine panische Angst, bestohlen zu werden. Aus dieser Angst heraus werden die Taschen (die dazu mit einem sehr langen Schlaufen ausgestattet sein müssen) auch gern von der linken Schulter über die Brust unter den rechten Arm und über den Rücken zurück geführt, wobei die rechte Hand die eigentliche Tasche zusätzlich an das Becken drückt. Ich will auch das Vollbild dieses Handtaschentyps nicht verschweigen. Dieses ist so gekennzeichnet, dass zwar die gleiche Führung der Tasche vorgenommen wird, die Tasche aber vorne vor dem Bauch mit beiden Händen umklammert wird, damit auch ein unbemerkter Griff von der Seite in die Tasche gänzlich ausgeschlossen ist. Dieser Typus ist häufig mit einem beigen Wollmantel und einer rosa Strickmütze bekleidet in der Lüneburger Heide anzutreffen, gern auch im Frühsommer.

Über den Inhalt dieser Handtaschen kann ebenfalls nur spekuliert werden, da er Ford Knox-mäßig, quasi uneinnehmbar ist. Daher vermute ich dass dort große Mengen Schmuck, Gold und Geld lagern. Grund könnte sein, dass sich mit dem Gewicht ein potentieller Angreifer ohne große Mühen mit der Handtasche auch niederschlagen lassen könnte.

Samstag, 20. März 2010

Ver-sand-haus

Schah Ali-Akbar Qavam Davoir wusste jetzt, warum er zukünftig nie wieder im Internet einkaufen würde, ohne vorher ein Bild der Ware gesehen zu haben

Stern von Bethlehem
Dieses Kleinod abendländischer Baukunst wird Ihren erlesen Geschmack weithin sichtbar machen! Gleich den 3 Königen werden die Gelehrten und Weisen von überall her zu Ihnen kommen, durch das heilige Licht geführt, um zu staunen! Die Bauweise kann mit Recht als solide bezeichnet werden und die Technik entspricht den hohen Standards der westlichen Welt. Mit diesem Bauwerk repräsentieren Sie fortschrittliches Denken und werden auch bei den Anhängern eher traditioneller Architektur ein hohes Maß an Bewunderung hervorrufen. Schalgen Sie noch heute zu!

Sonntag, 28. Februar 2010

Müffelchen

Das ausgerechnet ein Kinderbuch mich nach über einem  Jahr wieder meinen verstaubten Blog aufmachen lässt, soll wohl was heißen. Ich hatte die Ehre von meiner Frau auf unserem Dänemarktripp abends am Kamin "Rico, Oskar und die Tieferschatten" und auch den zweiten Band, in dem es um das "Herzgebreche" geht, vorgelesen zu bekommen.

Und was soll ich sagen, die Geschichte um die Freundschaft eines "Tiefbegabten" Jungen mit einem Hochbegabten ist..., ist.... "knorke!". Ich wähle absichtlich dieses altberliner Wort, das heute eigentlich durch "geil", "fett" oder ggf. "voll porno" ersetzt werden würde, weil das Buch nicht nur in Berlin spielt, sondern meiner Meinung nach auch an die Erzähltradition der großen Berliner Autoren, wie Kästner und Tucholsky - oder auch Klaus Kordon anknüpft, aber dabei modern ist.

Nun will ich gar nicht zu viel von den beiden Büchern erzählen, aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht besonders Augenmerk auf das Essen legen würde. Und das kommt bei Oskar (dem Hochbegabten) nicht zu kurz. Toll wie Andreas Steinhöfel beschreibt, wie Oskar, der auf Grund seines Wissens um die Herstellung mancher Lebensmittel eigentlich Bio-Anhänger ist, aber bei Falaffel, Pizza und Nutella schwach wird. Die Krönung sind jedoch für beide die "Müffelchen" von Frau Dahling, einer alleinstehnden Dame, die im selben Kreuzberger Mietshaus wie Rico wohnt. (Nahe dem(!) Urbankrankenhaus, in dem ich mit nach post- anaphylaktischer Schock-Cortisonbehandlung meine ersten Blutwurstbrote mit heute nicht mehr vorstellbarem Appetit verschlang.)

Äh, wo war ich?. Richtig: Müffelchen - Müffelchen....? Äh ja, man nennt sie auch Schnittchen, Schiffchen oder (je nach Landstrich noch ganz anders). Also belegte Brote in handgerechte Stücke geschnitten mit Gürckchen, Silberzwiebeln oder "dergleichen". Wer wissen will, warum letzte Wort in Gänsfüßchen steht, muss die Bücher schon selbt lesen.

Mein Highlight ist aber die Geschichte, wie die beide eine unfreundliche Eisverkäuferin in den Wahnsinn treiben, indem ihre Tiefbegabt-, und Hochbegabtheit gezielt in Kombination einstzten.

Daneben sind die Titel durchaus sehr spannend geschrieben und man merkt, dass auch an einem Kinderbuch bisweilen ganz schön gefeilt werden kann.

Wer jetzt noch unentschlossen ist: Der erste Teil hat den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009 bekommen. Aber das Argument sollte eigentlich nun nicht mehr bötig sein.

Bingo!

Montag, 9. Juni 2008

Black Friday

Aller zwei Jahre wieder, ist es nun wieder so weit. Der Golf muss zum Tüv. Die wichtigsten Vorkehrungen zur Vermeidung einer "erneuten Prüfung" wurden erledigt: Das Auto wurde gewaschen, der Motorraum von hässlichen Ölrückständen befreit, das defekte Nummernschildbeleuchtungslämpchen ausgetauscht (Das stößt den Typen immer ganz übel auf, wenn das nicht geht.) und die nötigen Papiere liegen für den großen Tag bereit.

Als ich gerade planen wollte, ob ich neben Kaffee, Stullen, Snickers und Co für die Abendstunden der Wartezeit auch ein gute Buch und ein alkoholfreies Bier mit einpacken sollte, dachte ich: "Man kann ja von den TÜV-Leuten sagen was man will, aber Anhänger der Technik sind sie allemal." Also fand ich die Idee mal nachzuschauen, ob man sich dort nicht online einen Termin reservieren kann, nicht ganz abwegig. Und siehe da. Man kann! Nun sind die Herren aber doch noch Beamte alter Schule genug, um das Formular in den Untiefen der Webseite zu verstecken.

Doch der Herr unkita ward fündig. In der Terminübersicht schaute ich nach, welche Termine noch als frei verzeichnet waren und war erstaunt, dass scheinbar noch andere das Formular gefunden zu haben schienen. Viele freie Termine gab es nicht mehr. Aber was ein Glück: Ausgerechnet mein Wunschtermin am nächsten Freitag war noch nicht belegt. Zugegeben 7.30 ist nicht Jedermanns Sache, aber um die Zeit ist es wenigstens noch kühl. Die erwartungsgemäß sehr nüchtern gestaltete Anmeldung war dann (erwartungsgemäß) auch erfolgreich und es kam die Bestätigung per Mail. Hier nun wurde mir endlich klar, warum an dem Tag noch so viele Termine frei waren.

Donnerstag, 17. April 2008

Da war soviel los...

Vielleicht lag es an dem Klassentreffen, vielleicht ist es schon dieses Phänomen, dass einem plötzlich ganze Gedichte wieder einfallen, die einem jahrelang entfallen waren, jedenfalls ging mir eben im Auto folgene Textzeile durch den Kopf:

Da war soviel los das Leben bestand ausschließlich aus Sensationen
und jeder Tag brachte jede Menge phantastische Situationen..

Der Kenner weiß selbstredend, dass es sich um einen 1975 von "Uns Udo" aufgenommenen Song handelt, in dem es um Kinderträume geht - und was (sik*) bei einem Klassentreffen daraus geworden ist.

Was mich aber nun beschäftigt, ist die Frage, ob das Leben eigentlich tatsächlich keine "Sensationen" mehr bietet. Und obwohl ich es natürlich gerne abstreiten möchte, hat mich die "Arbeit" doch relativ fest im Griff. Solange einem der Job Spaß macht, lässt sich das ja, je nach Gusto, sogar hinnehmen. Aber die Sensationen werden weniger. Vielleicht liegt es ja auch an dieser "Das erste Mal"-Sache. (Der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch daran). Die richtig großen Sensationen sind irgendwie schon fast alle einmal erlebt.

Aber das scheint mir nicht alles zu sein. Ich erinnere mich, dass ich als Kind sogar bei so einfachen Dingen, wie dem Besuch des Freibades oder der Schwimmhalle immer mordsgespannt war, wie es wohl wird. Heute beim Waldlauf hoffe ich nur, dass ich nicht wieder in Hundekacke trete.

Nun mag sich das vielleicht nach Middlife-Krise anhören. Und der Hobbypsychologe wird vermuten, dass ich bald über eine neuen Lebensabschnitt mit einer 18-Jährigen schreibe. Aber weit gefehlt. Denn eigentlich bin ich, trotz fehlender Sensationen, ähem.. glücklich. Andererseits, wenn ich mir einige Vertreter der generation 70+ ansehen, bei denen Fernsehen, lange Weile, der wöchentliche Anruf bei den Kindern und das abendliche Bier die Eckpunkte der Woche sind, frage ich mich, ob es nicht doch Zeit für ein Hobby mit kleinen "Sensationen" ist. OK, der Garten (mit den sensationell großen Maulwurfshügeln) ist ja schon mal ein Anfang. Und meine Frau hat neulich was von einem Bienenvolk erzählt....

Soweit meine, nicht fertig gedachten Gedanken, denn... nun muss ich endlich mal arbeiten....

Schönen Tag allerseits!

Montag, 14. April 2008

Klassentreffen

Am Samstag war es soweit. Gut, es hat 27 Jahre gedauert, aber was lange währt... Wir hatten also Klassentreffen. Zunächst hat mich das ja auch gefreut, dann dachte ich mir: "Und wenn das jetzt so eine 'Mein Haus, meine Frau, mein Boot-Veranstaltung' wird?" Dementsprechend gemischt waren dann plötzlich auch meine Gefühle, aber im Großen und ganzen war es dann wirklich sehr unterhaltsam. Da niemand die Akteure kennt, erspare ich mir lustige Anekdoten, die hier wohl niemanden wirklich interessieren. Aber ich kann ja mal schildern, was meine ersten Vermutungen bezüglich der Lebensplanung und deren Umsetzung des Abi-Jahrganges 1981 sind und was sonst noch so war.

1. Der Hamburger verhält sich statistisch korrekt. Nahezu alle sind verheiratet und haben zwei Kinder (1 Junge, ein Mädchen). Den Ausreißer mit 4 Kindern macht ein gewisser Herr Unkita mit null ststistisch wieder wett.

2. In Bezug auf das Erwerbsleben scheint es zwischen Resignation (Zenit überschritten, keine rechte Motivation mehr, Desillusion,...) und Hardcoremalcoche (Es macht tierisch Spaß, aber vor 20.00 bin ich selten zu Hause. Eigentlich bekomme ich von den Kindern viel zu wenig....) wenig zu geben.

3. Meine allererste Freundin hat sich zu einer recht oberflächlichen Frau entwickelt. Das berührt mich irgendwie unangenehm.

4. Der Klassenkasper, also der, der von allen anderen immer aufgezogen wurde, hat sich erstaunlich entwickelt. Am beeindruckensten: Er hat es geschafft aus seinen Eigenarten gewinnbringend einzusetzten

5. Nach 3 Stunden hatte ich auf einmal das Gefühl im Gespräch auf dem Pausenhof zu stehen.

6. Zeitlebens hörte ich, in der undiszipliniertesten Klasse der ganzen Schule zu sein. Nachfragen bei anwesenden Lehrern ergaben: Es war gar nicht so schlimm.

7. Ich musste nach 27 Jahren erfahren, dass die Mitschülerin des Mathe-Leistungskurses, mit den Nachnahmen einer ortsansäßigen Bäckerei mit dieser gar nichts zu tun hatte.

8. Neben der Arbeit ist für einen sehr großen Teil der Leute die Schule ein großes Thema und diesbezüglich scheint es wohl reichliche Unzufriedenheit zu geben.

9. Wenn Männer mit Mitte 40 noch richtig schlank sind, hat meistens die Frau die Hände im Spiel.

10. Man wohnt im Süden von Hamburg, nicht im Norden.

Die Liste ließe sich sicher noch lange fortführen. Aber mich interessiert natürlich auch, wer ähnliche oder ganz andere Erfahrungen hat.

Samstag, 1. März 2008

Nomen est Omen

1. Gestern Harry und den Halbblutprinzen zuende gehört und heute bei Edeka Halbblutorangen gekauft.

2. Diese Woche so abartig viel Arbeit, dass ich heute Nacht um 4.00 nicht mehr schlafen konnte und zwecks Abtragung des Berges an den Rechner bin. Erster Versprecher des Morgens. "Man soll den Morgen nicht vor dem Grauen loben!"

Fazit: Auch das Grauen hat seine humorvolle Seite.

Freitag, 18. Januar 2008

Theksi - oder "Lass deinen Vorurteilen freien Lauf"

Zugegeben, es sind meist Anglizismen, aber es gibt auch urdeutsche Worte, bei denen man an der Aussprache sehr deutlich merkt, worum es geht - und, je nach Mundart, eine gewisse Bedeutung in das Wort legen kann.

1. Das Wort als solches
Da hätten wir zum Beispiel das Wort "Party". Das lang gezogene "a" erinnert an "Aahhh", das "r" etwas so gesprochen wie das Schnurren einer Katze vermitteln etwas wohliges und das "y" als "iihh" gesprochen erinnert an Cowboys und Indianer auf ihren Pferden. Da sage noch mal einer, damit wäre eine Party nicht gut charakterisiert.

Ähnlich verhält es sich mit dem Wort "Sex". Das zischende "S" vermittelt, dass es wohl um etwas Aufregendes geht. Das kaum wahrnehmbare "e", dass es sich aber wohl auch um keine überaus lange Angelegenheit handelt. Na, und das "x" (sprich "ksssss") verspricht zumindest einen langen "Nachhall".

Als drittes Beispiel soll die "Maloche" herhalten. Was für Leiden kann man nicht in das "a" und "o" legen - und das abschließende "e" bietet noch mal Möglichkeit seine ganze Verachtung (äähhh) hineinzulegen.

2. Das Wort in seiner regionalen Färbung
Was aber, wenn der Hesse eine Party feiert, der Schwabe Sex hat und der Berliner malocht?
der Hesse "macht Paddi", der Schwabe hat "Theks" und der Berliner "mal-oohch-t". "Paddi machen" erinnert irgendwie schwer an "Pipi machen", an blödes Mädchengegacker und aufgesetzte Fröhlichkeit. Und? - Wer einmal einen hessischen Karneval (womöglich noch in Giessen) erlebt hat, weiß wovon ich spreche. Ich will das nun um Gottes Willen nicht zu sehr verallgemeinern. Aber für Giessen gilt es.

Ja und der Schwabe. Der hat natürlich nie selbst "Theks". Sondern er spricht lieber über den der Anderen. Da es sich da in fast jedem Fall um etwas Verabscheuungswürdiges handelt, kommt dies natürlich auch bei der Aussprache zur Geltung. Unerotischer kann man "Sex" gar nicht aussprechen. Ein Wunder, dass die Schwaben überhaupt Nachkommen haben.

Na- und der Berliner. Er "mal-oohch-t". Bei der Aussprache kommt vieles das herüber, was Wowereit mit seinem Ausspruch "Berlin ist arm, aber sexy" transportieren wollte. Will heißen:" Ikke schuffte jeden taach schwer, wa - aber das macht mir nüscht. Weil meine Ische mich lieben tut. Und mit den feinen Herrschaften hab ikke sowieso nüscht am Hut." Diese Haltung ist so sympatisch, dass man sich fast entschuldigen muss, wenn man anregt, an dem Zustand mal was zu ändern.

3. Die regionale Spezialität
Besonders interessant ist ja sprachlich, die regionale Bezeichnung für bestimmte "Speisen". So kann man doch die kompakte, viel zu große rundliche Semmelbröselgranate in Berlin gar nicht besser bezeichnen, als mit dem Wort "Boulette". Nur "verzauberte Schrippe" passt noch besser.
Die bayerische Variante "Fleichpflanzerl" vermittelt, dass der Bayern meint, wegen der enthaltenen Zwiebeln handele es sich eigentlich um ein Gemüse, was aber in Bayern natürlich kein Essen für wahre Kerle ist. Daher muss noch schnell der "Fleisch"-Vorsatz dazu.
In die norddeutsche Frikadelle (Sprich "Friekahhdeelle) wiederum wird gerne eine gewisse Arroganz gelegt, die vermittelt, dass es sich allerhöchstens um eine verzehrswürdige Speise handeln könnte, wenn solche aus edlem Fisch zubereitet wäre. Zudem erinnert das "deelle" immer an kaputte Autos und Autoreifen. Dinge, von denen man hier annimmt, sie seine sowie Bestandteil von Frikadellen. Bleibt noch die Variante "Klops" (sprich Klobbss). Welche Form, wenn nicht rund und am besten noch etwas angetrocknet sollte ein Klops bitte haben?

Bevor ich nun den Unwillen von den Bewohnern aller Regionen Deutschlands auf mich ziehe, höre ich für heute auf und hoffe auf reichlich Widerspruch.

Montag, 31. Dezember 2007

Abspann

Ich gehöre ja zu den Leuten, die im Kino meist solange verweilen, bis beim Abspann auch der letzte Statist genannt ist und man weiß, welches Filmmaterial verwendet wurde. Ich mache das nicht, weil mich das wirklich interessiert, denn -mal ehrlich- wer kann das Zeug in der Geschwindigkeit in der es runterscrollt, wirklich lesen? Nein, ich mache es, damit der Film sich setzt, damit mich die Realität nicht allzu abrupt wieder hat und um mir schon einmal Gedanken darüber zu machen, was mir besonders gefallen oder missfallen hat. Manchmal nutze ich die Zeit auch um mir die Tränen, die sich in vielen Kinos aufgrund der sehr zugigen Klimaanlagen bilden, aus dem Gesicht zu wischen, die ansonsten leicht al Zeichen unmännlicher Rührseeligkeit gelten könnten. Gut, ich gebe zu, manchmal überlege ich auch schlicht, in welche Kneipe man danach noch gehen könnte.

War ich früher mit dieser Handlungsweise noch einer unter Vielen, bin ich damit heute die Ausnahme. Das Gros der Besucher verlässt dass Kino meist vor dem Abspann. Dafür gibt es sicher gute Gründe. Die Meinung über den Film kann man sich ja zum Beispiel auch schon während des Filmes bilden. Oder die Zeit. Wer einmal pro Woche ins Kino geht und sich die 5 Minuten Abspann spart, gewinnt im Jahr 4 Stunden. Bei mir ist das anders. Ich kann auch Bücher nicht einfach so weglegen und dann das nächste Anfangen. Die Dinge müssen sich erst etwas setzen. Vielleicht ein Zeichen fortschreitenden Alters oder der nachlassenden Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, wer weiß?

Auch kann ich ein Jahr nicht so einfach zu den Akten legen. Früher habe ich deshalb gerne die Jahresrückblicke gesehen. Aber seit es die fast nur noch als Commedy-Shows gibt, greife ich lieber zur Zeitung und lasse zudem lieber mein persönliches Jahr vor dem inneren Auge passieren. Vielleicht gerät mir dabei manchmal der Blick nach vorne etwas zu kurz, so dass die Gefahr größer wird, gegen eine Parkuhr oder ein Verkehrsschild zu laufen. Aber dazu habe ich ja unter anderem meine Frau, die schon dafür sorgt, dass ich nicht auf der Straße stehen bleibe.

In diesem Sinne: Euch allen ein schönes, erfolgreiches und auch auf das vergangene Jahr besinnendes neues Jahr.


P.s.: Passend zum Jahreswechsel, werde ich
heute übrigens den Half-Life-Zwerg noch ins Weltall schießen. Die Herrn Trainbuck und Falcon werden sicher wissen, wie schwer es war, den während der Hubschrauberattacken nicht aus dem Auto zu verlieren. Meine Schwiegermutter hält mich inzwischen für völlig durchgeknallt, seit sie weiß, dass ich Zwerge ins all schieße und mit Robotorhunden Wettläufe mache. Aber heeh? - Ich habe gewonnen!

Samstag, 22. Dezember 2007

Veni vidi, vici

Wie gern würden wir Cäsars Ausspruch nehmen, um über das Thema "Die Eroberung meiner Frau" zu schreiben. Aber - ach, in diesem Falle zogen sich die Römer immer wieder zurück, um sich zu beratschlagen, so dass es beinahe ein Waterloo gegeben hätte. Kein gutes Thema also.

Auch taugt der Titel wenig, um sich über den beruflichen Stand des Schreibenden zu äußern. Sicher, der Job ist ok. Die Bezahlung (inzwischen) auch so, dass wir nicht wirklich klagen können. Aber zu den Machern und Cheftypen gehört der Herr Unkita sicher nicht.

Vielleicht der Sport? - Nun, die Tischtennis- und Volleyballkarrieren des Herren waren nicht ohne Erfolge, aber auch nicht ohne Niederlagen. Die gehören dazu, mag man nun erwidern. Aber es gibt sie doch, diese Siergtypen, die scheinbar nie verlieren. Was haben denn die, was so viele Leute nicht haben. Vielleicht kommen wir so dem Thema so langsam näher.

"Siegertypen": Da fallen uns Josef Ackermann, Helmut Kohl, Harald Schmidt und Lance Armstrong ein. Caesar gehört natürlich auch dazu. Klaus Zumwinkel ist auf dem besten Weg dahin. Die Liste lässt sich sicher beliebig fortsetzen. Aber was verbindet sie, die Siegertypen?

Physiologisch, so vermutet man, hätten Siegertypen ein sehr hohen Serotoninspiegel. Serotionin ist das Glückshormon, das auch in Folge gesteigerten Schokoladenkonsums ausgeschüttet wird. Serotonin macht glücklich und lässt einen zum Beispiel mögliche Rückschläge und Gefahren völlig ausblenden. Es macht also optimistisch. Wahrscheinlich braucht es dass, um ein Siegertyp zu werden. Nichts für den pessimistischen Herrn Unkita. Wir fragen uns dabei (und das nicht nur zu Weihnachten), was denn mit den Verlierern ist. Wenn es Gewinner gibt, gibt es doch auch immer Verlierer. Sicher beim nächsten Mal können auch die wieder gewinnen. Aber Siegertypen gewinnen immer! Oder?

Vielleicht gewinnen sie ja gar nicht immer... Und wenn ja - Vielleicht geht es ihnen mit dem Sieg ja so, wie uns mit dem Mäusespeck. Irgenwann überfrisst man sich daran und kann es nicht mehr sehen. Oder aber es schmeckt nur noch fahl. Wie?, so fragen wir uns - kann man denn den Sieg so richtig genießen, wenn man nie verloren hat?

"Nun mal halb langHerr Unkita", mag man nun einwenden. Ein Siegertyp muss doch ständig um seinen Sieg kämpfen und auf seinem Weg zum Sieger mit Abo hat doch jeder Rückschläge einstecken müssen. Und überhaupt: Auch die oben genannten Herren haben doch bei allen Erfolgen, auch immer auch Rückschläge hinnehmen müssen. Dem können wir zustimmen. Nur glauben wir, dass der Unterschied der ist, dass diese Herren nie wirklich daran gezweifelt haben, dass es für sie am Ende schlecht ausgeht. Das schließt die Personen für die sie Verantwortung tragen natürlich nicht unbedingt ein.

Einen zweiten Unterscheid meinen wir darin auszumachen, dass Siegertypen nie an der Richtighkeit ihrer Ziele zweifeln. Jedes Eingestehen eines guten anderen Arguments, so glauben sie, rüttelt an ihrer Position und würde sie zu Schwächlingen machen. Notfalls, so haben wir bisweilen den Eindruck, halten sie wider besseren Wissens an ihren Positionen fest.

Nun wollen wir zu Weihnachten aber nicht so miesepetrig sein. Denken wir doch an die Dame, die sich nackt auf das Dach stellte und der Haupstraße mit ehrlicher Freude ihr "Veni, vidi, vici mitteilte. Schon am nächsten Tag, als man sie in Verwahrung genommen hatte, wurde ihr klar, dass es wohl kein deuerhafter Sieg war, den sie errungen hatte, -- aber sie hatte doch ihre ehrliche Freude an ihrem kurzen Sieg. Und genau das, scheint uns der Unterschied zu sein.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Sag mir deinen Nachnamen und ich sage dir....

... tja, was eigentlich? Zumindest etwas darüber, wie heimatverbunden die eigene Sippe ist. Zumindest, wenn man - wie meine Frau und ich- relativ seltene Nachnamen hat.
Sieht man sich die erste Karte mit meinem Nachmanen an, findet man eine recht gleichmäßige Verteilung über ganz Deutschland, mit Häufungen in Hamburg (mein Geburtsort), Berlin und Dresden (da gibts einen ollen Maler, quasi der Berühmteste meiner Verwandtschaft) MeVoPo haben wir gar ganz in der Hand. OK- bis auf die Müritz.

Und dann meine ostwestfälische Frau. Gerade mal bis Northeim ist man von Gütersloh aus gekommen. Einer hat sich gar bis nach Berlin getraut. Aber ansonsten bleibt man wohl lieber unter sich.


Wer auch mal will, versuche sich hier

Samstag, 24. November 2007

Selbsterfahrungs-Wochenende

Dieses Wochenende, obwohl gerade mal angefangen, ist mein Selbsterfahrungswochenende. Wäre ich jetzt mit einer Betroffenengruppe in der Toskana, würde das sicher einen Haufen Geld kosten. Hier ist es umsonst. Grund genug, die Welt an meinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Also... Was ich über mich gelernt habe:

1. Wenn das Weib weg ist, schneide ich mir beim Kochen immer, wirklich immer, heftig in den Finger. --> Der Besuch beim Griechen ums Eck scheint ungefährlicher.

2. Ich bin der mieseste Geschenke-Einpacker aller Bundesländer, in denen ich schon mal gelebt habe. Warum muss ich dann auf die blöde Idee kommen, dieses Jahr mal einen selbst gebastelten Adventskalender zu gestalten?
-->Nächstes Jahr unbedingt nach Covenience-Geschenken ausschau halten.

3. Tchibo würde gerne haben, dass ich meinem Weib die namentlich passenden Ohrringe, Ketten und Ringe in Gold-Silber-Kombi schenke, nur wegen des Namens. Da haben sie sich aber geschnitten!
-->Äh, schlechtes Wortspiel, irgendwie....

4. Die Leute die im hiesigen Mediamarkt am Samstag um 16.00 Uhr anzutreffen sind, entsprechen tatsächlich dem Werbeniveau.
--> Mediamarkt eigentlich zukünftig konsequent boykottieren!

5. "Westworld" gekauft und nahe dran, den Film am PC anzuschauen...
--> Wir brauchen wirklich dringend einen Ersatz für den defekten Videorekorder.

6. Auch, wenn die wenig geschätzte Kollegin wesentlich mehr verdient... und Frau Suckale (Personalvorstand der Bahn) mit 35.000 € Grundgehalt und i.d.R. 140.000 € Monatsgehalt deutlich macht, dass es zukünftig immer schwieriger wird, das Wort "Verhältnismäßigkeit" plausibel zu machen...
--> ...Ich bin mit meinem Leben eigentlich zufrieden.

7. Anne Will, Melissa Etheridge, Jodie Foster, Ruth... Seltsam...alles Frauen, die ich sehr schätze!
--> Auf keinen Fall in Frauenliteratur erhellende Infos erwarten.

8. "On the Road home" von Heart ist wirklich eine nette CD!

Montag, 1. Oktober 2007

Our House


Heute vor 10 Jahren haben wir das Fundamet gelegt. Fairerweise muss erwähnt werden, dass es auch noch ein anderes Fundament gab. Das war aber auf schlechtem Baugrund errichtet und ein Haus darauf zu bauen, wäre nicht sehr erfolgsversprechend gewesen.

Bis zu Hausbau hat es aber dann doch noch etwas gedauert. Erst vor 5 1/2 Jahren war es bezugsfertig.

Manchmal gehe ich vor die Tür und werfe einen Blick darauf. Meist bin ich sehr zufrieden. Das Haus ist zwar kein von außen glänzendes Vorzeigehaus, weil wir mehr auf einen soliden Innenausbau geachtet haben. Ich denke aber, dadurch hält es vielleicht länger.

Beim Ausbau wurde großer Wert auf einen aureichend große Vorratskeller und natürlcih auch Weinkeller gelegt. Ansonsten ist es eine Art "Wunderhaus". Oft hält man sich tagelang in immer den gleichen vertrauten Räumen auf und dann wieder macht man eine Tür auf und steht plötzlich in einem Raum, der da vorher mit Sichheit noch nicht war. Gut, dass passiert nicht sooo oft, aber immer dann, wenn man gerade nicht damit rechnet.

Ab und zu raucht es in unserem Haus auch ordentlich aus dem Schornstein. Aber das muss auch irgendwie sein. Schließlich braucht man das ja, wenn man es im Winter mollig und gemütlich haben will.

Tja, was soll ich sagen: Ich wohne immer noch gerne in unserem Haus.

Donnerstag, 27. September 2007

Gartenarbeit macht "unsexy"

Es liegt also an der Gartenarbeit, dass ist für mich nun ja mal klar.

Wenn ich mir dabei die Fingernägel abbreche und durch die viele Sonneneinstrahlung mein Haupthaar blonder (nein -nicht grauer!) wird und ich vor lauter Rödelei nicht dazu komme, mich zu rasieren, dann bin ich für Frauen das, was Helga Feddersen für Männer war.

Es ist nicht der kleine Bauch! Irgendwie beruhigend.

Montag, 10. September 2007

Herbsttriologie Teil 2: Zum x-ten Mal!

"Das hab ich dir doch nun schon x-Mal gesagt, warum machst du es dann nicht?" oder: "Jetzt habe ich schon x-Mal versucht, diesen Ork zu pletten. Ich schaff es einfach nicht!" oder auch: "Ich mache das jeden Tag x-Mal, warum klappt das denn heute nicht?"

Zugegeben, zumindest meine ersten Assoziationen sind alles andere als positv. Wahrscheinlich hat es mit dem mathematischen "x" zu tun. Die Unbekannte auf der anderen Seite, die einem nie so ganz geheuer ist.

Dabei sind doch die meisten Dinge die man besonders häufig macht, am Anfang eigentlich besonders reizvoll. Durch das häufige Tun stehen sie aber irgendwie im Verdacht, bald langweilig zu werden. Ich denke da an Schwarzwaldurlaub, der seit 15 Jahren immer im gleichen Hotel verbracht wird, aber auch an den passionierten Online-Gamer, der in Battlefield 2 schon 7 Mio. Punkte hat. Beide Gruppen würden sich wahrscheinlich dagegen verwehren, dass ihr Tun langweilig ist, weil ja nicht jedes Mal die gleichen Leute im Urlaub bzw. auf dem Schlachtfald sind und sich die Situation daher immer wieder anders darstellt. Richtig, kann ich da (mit gewissen Erfahrungen was die zweite Gruppe betrifft) sagen. Trotzem ist es doch so, dass sich bei vielen dieser Dinge das Gefühl irgendwann etwas "abnutzt". Ist ja irgendwie auch kein Beinbruch, finde ich. Manches will man ja auch gar nicht jeden Tag anders haben, weil es so ist, wie man es bis ans Ende seiner Tage haben will oder einfach zur Routine geworden ist, wie (schon wieder!) das Rasieren.

Aber manchmal ist es eben auch anders. Da sind die Dinge jedes Mal nur ein ganz bisschen anders und man ist nach Jahren noch überrascht, was für Facetten zum Beispiel.....

Irgendwelche Vorschläge?

Sonntag, 9. September 2007

Herbsttriologie Teil 1: Das erste Mal

Ausschlaggebend für die kleine Reihe ist eine Situation vor nicht all zu langer Zeit und eine wiederholte Erinnerung an einen fernen Sommer, als ich begann mir Platten von Bands zu kaufen, die nicht in den Hitparaden rauf und runter gespielt wurden (z.b. von Journey, Prism und Led Zeppelin) und diese - Kaffee trinkend- lautstark am offenen Fenster zu hören. Sehr zu meiner Freude, weniger zu der der Nachbarn. Vergleichbar ist das wahrscheinlich mit den Kids, die heute in der S-Bahn mit ihren mp3-Handys die Mitreisenden nerven. Musik, Kaffee der Sonne und die Tatsache, dass ich da etwas für mich Neues machte, verstärkten sich zu einem Gefühl der (man entschuldige den altmodischen Begriff) Lebensfreude, der sich feste in meine Erinnerungen eingebrannt hat.

Später dann hörte ich immer noch gerne Musik. Bruce Hornsby verbinde ich z.b. heute noch mit dem Beginn meiner Studienzeit, die ich (inklusive der Lernerei) sehr genossen habe. Aber "das erste Mal" war quasi schon was ganz besonderes.

Spätestens hier fragt sich aber der Realist in mir, ob da die Erinnerung nicht mal wieder bestimmte Dinge ausgeblendet hat. Und richtig: Den Ärger den es wegen der lauten Musik mit meinen Eltern gab, hab ich vergessen zu erwähnen.

Und trotzdem bleibe ich dabei, dass erste Mal (oder die ersten Male) sind oft etwas ganz besonderes. Mein erstes Computerspiel, meine erste eigene Wohnung, der erste Urlaub ohne die Eltern und vieles mehr habe ich noch sehr intensiv in Erinnerung. Später dann nutzte sich das Gefühl dann etwas ab. Dazu aber mehr im zweiten Teil.

Man würde die Wahrheit wohl aber zu sehr verdrehen, wenn man behaupten würde, jedes "erste Mal" wäre etwas ganz Besonderes. Gerade bei dem ersten Mal, an dass der Leser wahrscheinlich beim Lesen der Überschrift bereits gedacht hat, ist häufig zwar einprägend, aber die Freude daran entwickelt sich in vielen Fällen erst im Laufe der Zeit. Auch das erste Bier war wirklich nicht sehr lecker. Die Freude am Wein hat sich bei mir auch erst später ausgebildet.

Auf viele erste Male hätte ich übrigens auch gut und gerne verzichten können. So wurde seitens der Verwandtschaft ein riesiges Aufhebens um die erste Rasur gemacht. An der habe ich heute noch keinen Spaß. Auch der erstmalige Verlust des Wohnungsschlüssels, dem viele weitere folgen sollten, ist nicht besonders gut in Erinnerung und das Gefühl des Ärgers und der Wut über sich selbst, hat sich bei den anderen Malen nicht abgenutzt.

Was bleibt nun aus diesen Gedanken zu den "ersten Malen"?

Für mich sicher nicht, im Alltag ständig nach neuen Kicks zu suchen, die, wenn sich die Euphorie nachlässt, mit dem nächsten Kick ersetzt werden müssen. Vielleicht eher die ersten Male, die es mit über 40 noch gibt, etwas bewusster zu erleben und nicht zu verhunzen (wozu ich manchmal neige). Aber ich bin da nicht sicher. Manchmal überrascht einen das Leben ja ganz plötzlich mit einem Moment. Wie z.b vor nicht all zu langer Zeit, als ich alleine durch Lüneburg ging und plötzlich das erste Mal das Gefühl hatte, "angekommen" zu sein. Und das hatte nichts mit dem Gefühl von "Ende" zu tun.

Freitag, 31. August 2007

König Ludwig bei 250 kmh

Als ich den Raum betrat fiel mir gleich auf, dass schon die Feierabendbier-Zeit war.

Vorne am Tisch standen zwei Männer mit Karl-Marx-Bärten. "Ingenieure" tippte ich und siehe da, als ich dem Gespäch der beiden lauschen konnte, ging es um Geoserver. Ein schier unendliches Thema scheint es, denn als ich eine Stunde später ging, waren sie immer noch gut gelaunt beim dritten Bier mit technischen Details beschäftigt.

Ich gönnte mir ein König Ludwig Weizen, weil dieses nach meinen Berechnungen wenigstens annähernd so etwas wie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist.

Hinten links in der Ecke wurde heftig geflirtet. Zwei BWLer, die von einer gemeinsamen Dienstfahrt zurückkamen. Beim zweiten Bier glühte bereits ihr Gesicht und beide hatten die Marotte nach jedem zweiten Satz lachend mit dem Finger auf das Gesicht des anderen zu zeigen und diesem damit gefährlich nahe zu kommen. Macht man das heute beim Flirten so? Als sie die dritte Runde holte, schaut er ohr bereits mit einem hungrig-lüsternen Blick auf den Hintern.

Der Arzt, der immer Rotwein trinkt war auch wieder da. Heute hat er sich wohl von der allgemeinen Bierlaune anstecken lassen und pichelt Warsteiner, was ihn in meiner Achtung sinken lässt.

2 junge Männer im Anzug, wegen des Feierabends aber schon der Jacke entledigt tauchen auf und bestellen Bier (Warsteiner - hab ich mir gleich gedacht). Man merkt ihnen an der Haltung an, dass der Anzug noch eine Verkleidung ist. Ich überlege gerade, wie die beiden wohl in 20 Jahren aussehen werden, als sich ein Mann sich mit einer Bionade an meinen Tisch setzt.

Ich schalte meinen mp3-Player an, trinke mein zweites Bier und betrachte die Szenerie nun, ohne den Gesprächen noch lauschen zu können. Obwohl jetzt nur noch die Mimik zu mir vordringt scheint mir, dass ich von der Stimmung der einzelnen Personen sogar mehr mitbekomme. Vielleicht liegt es ja auch am Bier oder an Fury in meinen Ohren. Ich weiß es nicht.

Die Corrs singen gerade "Runaway" und passenderweise muss ich jetzt aussteigen . Auf dem Bahnsteig steht Silke und lacht.

Montag, 27. August 2007

Kulinartscher Reiseführer "Burgund"

Damit später niemand sagen kann, ich hätte ihn/sie nicht gewarnt, hier in Stichworten die wichtigsten kulinarischen Erkenntnisse zum Thema Burgund

Burgunder
Weine aus besagtem Gebiet, mit den höchtwahrscheinlich der französische Staathaushalt saniert wird. Vor allem die Tropfen der Cote d` Or mit der Klassifizierung Premier Cru oder Grand Cru sind erst ab einem Posten mit Gehalt eines Geschäftsführers ohne jahrelange Ratenzahlung erwerbbar. Die "einfachen Weine" sind zwar bezahlbar, aber ehrlich: Deutschland kann das auch!

Chardonnay
Schon wieder Wein: Alles was im Burgund nicht rot ist, ist Chardonnay. Der ist im Gegensatz zu den roten Weine mitunter bezahlbar und schmeckt. ABC-Trinkern (anything-but-chardonnay) sei ans Herz gelegt, ihn mal zu probieren.

Merguez
Bratwurst, die zu großen Teilen Lamm enthält. Da man das Alter des Tieres in der Wurst nicht mehr bestimmen kann, ist Vorsicht geboten. Die Variante mit Kräutern und ohne Lamm ist meiner Meinung nach vorzuziehen

Paté
Besieht man sich das Angebot, so drängt sich der Eindruck auf, dass der Franzose im Burgund neben Baguette und Käse nur noch Pasteten (Fleischzubereitung im Mürbe- oder Blätterteig) lieber isst. Das Angebot ist umwerfend. Der Eindruck muss aber täuschen, da der Hang zur Dickleibigkeit auch im Burgund sehr gering ist.

Baguette
Der Franzose bemüht sich zwar sein einziges Brot (neben Croissants) das landesweit hergestellt wird, die vielfältigsten Namen zu geben, aber es bleibt was es ist: Baguette. Man kann durchaus zwei oder 3 Wochen damit leben, dann gelüstet es den Deutschen aber schon nach einem Vollkornbrot.

Dijon-Senf
Gilt zurecht als einer der besten Senfe der Welt. Für Touristen mischt man gerne auch mal Johannisbeeren (soll wahrscheinlich an den dort ebenfalls hergestellten "Cassis" erinnern), Nüsse, grünen Pfeffer und Zimtreste hinzu. Schließlich kaufen Touristen ja alles. Der einfache Senf ist aber wirklich eine Delikatesse.

Gewürzgurken - Cornichons
Diese auch in Deutschland beliebten kleinen Gürkchen, werden in Frankreich offenbar mit Essigessenz hergestellt, so sauer sind diese. Warum blieb ein Geheimnis. Vielleicht sind die Franzosen daher so lustig.

Machsumicha?
Frage der 2jährigen Tochter des mitreisenden Paares, sobald der Herr sich auch nur in der Nähe des Herdes, der Kaffemaschine oder des Kühlschrankes bebab (eigentlich auch sonst immer). Nach erteilter Auskunft dann immer gefolgt von der Frage "Warum???" Süß, die kleine.... Hmpf.

Mittwoch, 1. August 2007

Der Chief wird Philosaufisch

Immer wenn der Chief ein Bier zuviel trinkt wird er philosophisch, glaubt er zumindestens. Diesmal geht es um das Maß der Dinge, oder eben um die Wurst.