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Mittwoch, 14. April 2010

Carpe diem!

Als ich vor 5 Jahren aus Köln wegzog, stand es groß an der Litfaßsäule: Abschiedstournee! Er ging also - und ich betrachtete es als gutes Ohmen für meine eigene Zukunft im Norden, dass durch sein Gehen alles irgednwie besser werden würde. All meine Abscheu vor dem, was in meiner Jugend an deutscher Musik so produziert wurde, fand in dem weichgespülten Vorzeige-Schwiegersohn seinen Fokus für mich. Er ging also und ich hoffte auf bessere Zeiten.

Hätte ich nur die Spuren im Sand besser gelesen! Erst schickte er seinen Sohn vor, den er tanzen ließ und verkuppelte ihn mit einer deutschen Schlagersängerin, die auch irgendwie wieder in diese Vorzeigeschublade passte. Dann trat er selbst in Talkshows auf und äußerte sich (oder auch nicht) zu politischen Themen. Und jetzt? Jetzt "commt" er wieder. Auf den Litfaßsäulen ist es gelb auf schwarz zu lesen! (Ob das nun politisch gemeint ist?)

Womit haben wir das verdient? Wer hat das angestoßen? Erleben wir gerade wieder so etwas wie die Renaissance des schlechten Geschmacks? Howie!- bitte geh wieder!!

Dienstag, 6. April 2010

Sandbaged with her handbag

Es wird Zeit hier mal in aller Öffentlichkeit über ein Thema zu berichten, über das es auf den ersten Blick eigentlich nicht viel zu sagen gibt. Es geht um Handtaschen. Ich glaube, ich habe ein psychologisches Problem mit ihnen und will mich der Sache hier mal so gar nicht wissenschaftlich nähern, denn schließlich sind wir hier ja in einem Blog und nicht bei Science oder so.

Zunächst einmal bedarf es vielleicht einer Klassifizierung der Handtasche. Man kann grob drei Varianten ausmachen.

Die erste hat eine Größe einer  kleinen Geldbörse, ist meist strass besetzt und hängt an der Schulter einer dezent geschminkten Dame mit einem Body-Mass-Index unter 20. Über den Handtaschen-Inhalt kann nur spekuliert werden, da in eine solche Handtasche einfach nicht viel hineinpasst und noch nie jemand gesehen hat, dass eine Trägerin etwas aus ihr hervorgeholt hätte. Es muss sich demnach um etwas völlig unbrauchbares handeln, wie Teebeutel oder Murmeln. Diese Art Handtasche ist demnach in der Kategorie Assesoir zuzurechnen. Sie dient quasi als Kleidungsstück

Die zweite Variante ist mit 25-30 cm breite deutlich größer, besitzt kurze Tragegriffe und wird vorzugsweise mittels Hindurchstecken der Hand, zwischen Achsel und Innenarm getragen. Die Trägerinnen sind dem Typus Geschäftsfrau (gern aus dem Bereich Marketing) zuzurechnen, haben einen forschen Gang und fördern aus den Tiefen der Tasche schier unendliche Mengen nützlicher Dinge hervor. Zum Inhalt gehören mindestens zwei Handys (beruflich und privat), ein Smoothy, Kaugummi (das Meeting nach dem Mittagessen!) ein Riesenportemonnaie, mit vielen Bonuskarten und einem Bild von einem schlanken smarten Mann (Mir scheint, ist es immer derselbe!??), Taschentücher, ein Schirm, Autoschlüssel, Haustürschlüssel, Hustenbonbons, ein Stadtplan, ein Terminplaner, Kontaktlinsenreiniger, ein ipod, Schminksachen und Ersatzstrumpfhosen. Diese Art Handtasche wird von den Trägerinnen, obwohl sie ständig Dinge hineinlegen und herausnehmen, gerne auch aus der Hand gegeben.

Hier möchte ich kurz auf meine Handtaschenphobie eingehen. Ich habe nämlich ein gehöriges Problem mit Handtaschen, die mir Frauen einfach in die Hand drücken ("Halt mal, ich will nur kurz den Mantel anprobieren"). Aus meiner Sicht gibt es nichts Bescheuerteres als einen Mann, der irgendwo peinlich berührt und wartend mit einer Handtasche herumsteht. Meine Güte, das sieht doch so was von Oberschwul aus... Nicht das ich was dagegen hätte, dass man mich für schwul hält, aber dann doch bitte nicht so tuntig-klischeehaft. Außerdem habe ich die Vermutung, dass das "Handtaschen-halten" bei bestimmten Frauen so eine Art ist, der Welt zu zeigen, dass sie ihren Mann im Griff haben, weil er sich für sie öffentlich zum Deppen macht. Deswegen gehöre ich schon seit Jahren zur Gruppe der notorischen Handtaschenverweigerer. (Was das Thema betrifft habe ich übrigens mit meiner Frau großes Glück!)

Schließlich kommen wir zur letzten Kategorie der Handtaschenträgerinnen. Diesen Typus gibt es in mehreren Ausprägungen. Anders als Typ 2, würde keine der Damen ihre Tasche jemals freiwillig aus der Hand geben. Auch beim Essen wird sie entweder über den Stuhl gehängt und mit dem Rücken eingeklemmt oder in Sichtweite unter dem Tisch platziert. Hintergrund dieser Vorsicht ist eine panische Angst, bestohlen zu werden. Aus dieser Angst heraus werden die Taschen (die dazu mit einem sehr langen Schlaufen ausgestattet sein müssen) auch gern von der linken Schulter über die Brust unter den rechten Arm und über den Rücken zurück geführt, wobei die rechte Hand die eigentliche Tasche zusätzlich an das Becken drückt. Ich will auch das Vollbild dieses Handtaschentyps nicht verschweigen. Dieses ist so gekennzeichnet, dass zwar die gleiche Führung der Tasche vorgenommen wird, die Tasche aber vorne vor dem Bauch mit beiden Händen umklammert wird, damit auch ein unbemerkter Griff von der Seite in die Tasche gänzlich ausgeschlossen ist. Dieser Typus ist häufig mit einem beigen Wollmantel und einer rosa Strickmütze bekleidet in der Lüneburger Heide anzutreffen, gern auch im Frühsommer.

Über den Inhalt dieser Handtaschen kann ebenfalls nur spekuliert werden, da er Ford Knox-mäßig, quasi uneinnehmbar ist. Daher vermute ich dass dort große Mengen Schmuck, Gold und Geld lagern. Grund könnte sein, dass sich mit dem Gewicht ein potentieller Angreifer ohne große Mühen mit der Handtasche auch niederschlagen lassen könnte.

Donnerstag, 18. März 2010

Beat the Raab

Nun mag ich ja den rabigen Stefan nicht so besonders, muss ihm aber zugestehen, dass er wohl ein Gespür für den Fernsehmarkt hat. So denn scheinbar auch bei seiner "Unser Star für Oslo-Idee". Und - ja, Marius die olle Catterfeld und sogar die Silbermond-Sängerin sind mir als Jury 1000x lieber als der Bohlen-Clan. Auch die Lena, die nun - wie ich finde, auch nicht ganz zu unrecht - gewonnen hat, geht ok. Wenn Sie den Ton nicht trifft, glaubt man, sie macht das absichtlich. Und irgendwie wirkt sie ja auch so ganz natürlich, nicht so wie die Catterfeld.

Und jetzt sagen alle, dass die Lena bei der Abstimmung der "Ostblock-Abstimmungsmafia" wieder keine Chance hat! Man könnte natürlich sagen, dass die da einfach einen anderen Musikgeschmack haben und daher anders abstimmen und die Ralph-Siegel Kandidaten allesamt irgendwie nix waren. Aber... Warum ist es uns Deutschen eigentlich so wichtig, in diesem Wettbewerb endlich wieder mit vorne zu sein? War das bisschen Frieden denn besser? Oder dieser freakige Finnensong vom vor- oder vorvorletzen Male? So ganz verstehe ich diese Leberwursthaltung, wenn wir mal wieder letzter geworden sind nicht.

Beim Fussball wird ja dann meist auf den Trainer und die völlig überbezahlte Spieler geschimpft, beim Contest nun können wir uns aber endlich selber ne Backpfeiffe geben, denn schließlich haben ja "wir" per Abstimmung dem Raab gesagt, er soll das Ticket nach Oslo auf die Lena ausstellen.

Drei haben aber jetzt schon gewonnen, nämlich der Raab, die ARD und Pro7. Finanziell, so irgendwie - zumindestens. Und das ist doch auch schon was.

Und natürlich interessiert mich dieser ganze Contestkram überhaupt nicht.

Montag, 15. März 2010

After Eight

Wo wir gerade bei der Werbung sind: Seit nunmehr 8 Jahren habe ich die Ehre, von Amts wegen als der Mann meiner Frau gelten zu dürfen. Danke Weib, dass du es schon so lange mit mir ausgehalten hast! Was soll man dem noch hinzufügen? Vielleicht etwas Werbung? "Wenn einem so viel Gutes widerfährt, dass ist schon..."  - Keine Sorge, heute Abend geht es in eine Weinstube, da gibt es das Zeug nicht.

Sonntag, 18. Januar 2009

In den Sack gehauen!

Heute soll einmal das Ende der kulinarischen Genüsse im Zentrum der Betrachtung liegen. Keine Sorge, es geht nicht um die detaillierte Beschreibungen von Verdaungsbeschwerden oder fiesen Magen-Darm-Erkrankungen. Es geht um den Sack! Und zwar den gelben.

Der Norden ist ja glaubenstechnisch eher protestantisch und eben denen sagt man ja gerne nach, dass sie penibel genau alle, von wem auch immer aufgestellte Regeln befolgen, noch lieber aber prüfen, ob der Nachbar dies auch tut. (Nix 3 "Ave-Maria" und der Karnevals-Seitensprung ist abgegolten ((Schöne Grüße an den Rhein hier ;-) )).) Nun bin ich zwar aus der Kirche ausgetreten, aber das mit den Regeln... also das ist irgendwie im Blut. - Deshalb trenne ich natürlich den Müll und fahre, wenn es denn das Piktogramm auf der Verpackung will, auch mal direkt zur Müllkippe. Man möge mir hier nun nicht erzählen, dass sowieso alles in der Ostsee versenkt wird oder in Gorleben zwischengelagert wird, bis sich keiner mehr daran erinnert. Ich denke positiv und glaube, dass meine Mülltrennung die Welt ein wenig besser macht.

Also jetzt muss ich aber bald die Kurve zum Thema kriegen. Also Mülltrennung bedeutet, dass man alle paar Monate beim Einkaufen an der Kasse um eine neue Rolle "gelben Sack" bittet. Und sie bekommt! Außer..., außer jedes Jahr im Januar im Norden. Da ist der gelbe Sack aus!

Diese Verknappung erfolgt jedes Jahr, weshalb der fortgeschrittene Sammler sich natürlich vor Weihnachten einen Vorrat anlegt. Aber so clever war ich nicht. Im hiesigen Supermarkt werde ich seit Wochen nur noch mitleidig angelächelt, wenn ich wieder mal nach den Säcken frage.

Herrschaften, ich verstehe es nicht: Wie kann es denn sein, dass ein Unternehmen das aus gelben Säcken gelbe Säcke macht das Plastik ausgeht? Kann mich jemand aufklären oder ist es in anderen Gegenden dieser Republik vielleicht ähnlich?

Freitag, 16. Januar 2009

Moin, moin

Wenn man nach übner 3 Monaten wieder mal einen Post schreibt, glaubt man ja, man hätte tonnenweise Highlights zu erzählen, die man sich am besten für mehrere Posts einteilt.

Quatschkram, wenn man einfach nur viel Arbeit hatte. Deshlab gibt es jetzt, ähnlich wie mnachmal beim Herrn Falcon, erstmal Leipziger Allerlei:

Team Fortress 2 & Co.:
Wie bereits vermutet, hatte ich mich auf dem Server auf Platz 3 vorgearbeitet, als die Statistiuk zurückgesetzt wurde. Dies und die Tatsache, dass zeitgleich die Stromnachzahlung ins Haus flatterte, bewegten mich, meine Onlineaktivitäten mal etwas zurückzufahren. Nach dem bunten Comiclook empfand ich die Tristesse des Ödlands, das ich mit Fawks erkundete, angenehm "kühl". Fallout hat mir richtig Spaß gemacht, lustigerweise am meisten, nachdem ich, nach dem Ende einen früheren Spielstand lud und den noch unerkundeten Teil der Welt besuchte. Nun stehte in Frankfurt ein nagelneuer Rechner, den ich wohl zunächst dazu nutzen werde, Lara auf den Hintern zu starren. In Ermangelung einen Internetzuganges bleibt mir Bioshock in Directx 10 leider verwehrt.

Der PC stammt übrigens von Alternate. Eine schwere Entscheidung, wenn man selbst mal 2 Jahre als Sklave dort verbracht hat und die Reklaabteilung kennt. Informationen aus gut unterrichteten Kreisen besagen aber, die Zustände hätten sich gebessert. Nun bis jetzt läuft alles zufriedenstellend.

Wenn Frauen essen:
Eines meiner Bahn-Erlebnisse fällt mir immer mal wieder ein und verdient auch erwähnt zu werden. In der Bahn wird ja viel gegessen, zumal, wenn man lange unterwegs ist, raschelt und schmatzt alles um einen herum und es lassen sich herrliche Feldstudien betreiben. Eigentlich bin ich ja da ziemlich tolerant. Klar Döner ist in den engen Abteilen/Großraumabteilen problematisch. Auch der Sojaduft von chinesisches Essen ist gewöhnungsbedürftig. Was mich aber - und das erstaunt mich selbst - immer wieder über die Gebühr irritiert, ist der Verzehr eines simplen Brötchens von Frauen, die... vermehrt auf ihre Figur achten(?). Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist dies Species daran zu erkennen, dass das Brötchen ausgepackt und dann zunächst ausgiebig inspiziert wird. Es folgt ein Zupfen an einem heraushängenden Salatblatt, das Entfernen eines einzelnen Sonnenblumenkernes von der Oberfläche, welches dann gedankenverloren gekaut wird. Nun wird der erset richtige Bissen getätigt, gefolgt von der genauen Betrachtung des Bissstelle. Es folgt langes bedächtiges Kauen... und... dann wird das Brötchen wieder in die Tüte zurückgelegt und irgendwo in den Untiefen des Reisegepäcks vergraben. Kurz danach wird aus eben diesen Untiefen auf genauso umständliche Weise ein kleines Wasserfläschchen hervorgeholt aus dem ein kleiner Schluck genommen wird. Gerade dann wenn man als Mitreisender nach diesen Erlebnissen kurz vor dem Wegnockern ist, wird das Brötchen wieder hervorgeramt. Der oben beschriebene Ablauf wiederholt sich, wird aber vielleicht von einer eingehenden SMS unterbrochen, die zur Folge hat, dass das Brötchen schnell wieder eingepackt und an eine Stelle gelegt wird, an die sich die Dame mitunter nach der SMS nicht gleich wieder erinnert und aufwändig suchen muss.

Angeblich soll es ja in Deutschland nicht mehr vorkommen, dass Leute verhungern. Aber so richtig glaube ich das nicht mehr.

Abowechsel:
Nicht nur aus dem Grund, dass die Stromrechnung zukünftig moderater ausfällt , sondern eher aus der Erkenntnis heraus, dass die Bericherstattung meiner bevorzugten Spielezeitschrift sich immer weniger mit meinen Erwartungen deckt, wurde das Abo eingestellt und gegen eines einer vielversprechenden Hörbuch-Zeitschrift getauscht. Das brachte mir immerhin die "Chemie des Todes" als Willkommensgeschenk ein und wird mich villeicht dazu veranlassen, hier mal das eine oder andere Wort über "Neuentdeckungen" meinerseites zu verlieren.

Blindfisch:
Nachdem ich die eine oder andere Ausfahrt aufgrund zu spät erkannter Hinweisschilder verpasst habe, bestätigte der Augenarzt, was ich längst ahnte: Eine Brille musste her. Sie ist inzwischen da, entstellt mich nicht allzusehr, hat aber den enormen Vorteil, dass ich jetzt wieder scharf wie ein Lux sehen kann. Das Gefühl, dass die Bekannten und Freunde die ganze Zeit auf die Brille starren, statt einem in die Augen zu schauen geht hoffentlich bald weg.

Mittwoch, 10. September 2008

Herr Koriander

Herr Koriander, dem einen oder anderen sicher noch aus der Unendlichen Geschichte ein Begriff, taucht ja bisweilen auch im Essen auf. In Schokolade, Kaffee und manch chinesischer Köstlichkeit wurde es schon gefunden. Oft weiß man gar nicht, dass das Kraut sich in einem Gericht versteckt. So zum Beispiel in manchen Eintöpfen. Nun sind die Meinungen über den Geschmack des Korianders durchaus geteilt. Finden die kleinen Kapseln in zerriebener Form bei den meisten noch gnädige Duldung im Essen, so wird, handelt es sich um das grüne Kraut, die Ablehnung in der Regel mehr als deutlich geäußert. Oft in die Rede von "Seife gehört ins Bad und nicht ins Essen". Manch einer vermag sogar ein wenig Spülmittel oder gar Terpentin herauszuschmecken. All das führt, aus meiner Sicht nur logisch, dazu, dass man Korianderkraut nur als Töpfchen, welches meist schon am vertrocknen ist, oder beim chinesischen Lebensmittelladen (unter der Theke lagernd) bekommt. Ich gehöre nun zu den wenigen Menschen, die Korianderkraut mögen und auch nichts gegen einen seifigen Geschmack im Essen haben. (Beim Wein spricht man ja auch von animalischen Noten, einer leichten Schweiß- und Teernote und dergleichen mehr).

Aber wozu erzähle ich das alles? Weil mich einst eine Fahrradtour in das schöne Reken brachte. In Reken ist der Hauptsitz eines der größten Tiefkühlunternehmen Deutschlands. Drum war ich auch nicht erstaunt, mich dort quasi in einem riesen Spinatwald wieder zu finden. Lediglich der Blub fehlte noch. Wie groß war aber mein Erstaunen, mindestens ebensoviele Korianderfelder zu sehen. Nun habe ich das Kraut noch nie in der TK-Variante gesehen und oben genannte Beschaffungsproblematik lässt mich annehmen, dass es entweder eine Droge gibt, deren Basis Koriander ist, Seife heute mit Koriander parfümiert wird, Koriander als Geldanlage immer attraktiver wird, man es zum Heizen verwenden kann oder das gesamte Ausland das Kraut aufkauft. Weiß der Geier! Kann mir jemand helfen?


P.s.: Auch wenn ich mich in letzter Zeit sehr zurückhalte: This one in No. 300!

Montag, 23. Juni 2008

Eifellhochzeit

Am Wochenende ging es zu einer Hochzeit von Freunden in die Eifel. Wer es nicht weiß, man ist dort meist Bauer und allermeist katholisch. Als Ex - Evangelist war dies mein erstes Zusammentreffen mit dem Katholizismus bei einer Hochzeit. In meiner Kölner Zeit ist das Treffen irgendwie nie zustande gekommen.

Die Zeremonie begann meinen Erwartungen nach damit, das der Pope sich ausführlich darüber ausließ, dass das was Gott zusammengeführt, nicht vom Menschen… usw. Was mich dann aber wirklich erstaunte, war dass die Katholiken offenbar einen einstudierten Ritus bei Trauungen oder gar bei Gottesdiensten ganz allgemein haben. Zunächst steht man ca. jedes zweite oder dritte Lied auf. Für mich nicht erkennbar, nach welcher Regel. Dann weiß die Gemeinde genau, wann in welchem Gebet man etwas einwirft. Was habe ich leider so gut wie nie verstanden. Aber es war mehr als ein schlichtes "Amen". Positiv vermerken konnte ich, dass das Liedgut irgendwie fröhlicher als bei den Evangelisten ist. Das kann aber auch an der Auswahl des Paares gelegen haben. Sehr schön auch, dass die Songs kürzer sind, als ich es von der Konkurrenz kenne.

Highlight der Veranstaltung war der Küster, der (im wahren Sinne) Gott sei Dank den Großteil der Zeremonie durchführte. Traute er sich doch ganz öffentlich zu verkünden, dass sich die beiden während des Kölner Karnevals näher gekommen sind, der bei der katholischen Kirche gleich nach Blasphemie in der Liste der Todsünden steht.

Schön auch war, dass man bei den Katholiken keinerlei Hemmungen hat, die Lieder, deren Texte selbstverständlich alle auswendig kennen, aus vollem Halse mitzusingen. Mitunter entspannte sich sogar eine Art Gospel zwischen dem Küster und der Gemeinde. Auch hier wieder ungewöhnlich, dass alle wussten, wer wann was zu singen hat. Klar, dass auch das Vaterunser gesungen wurde.

Aber auch in der Eifel scheint sich die Kirche in Zukunft etwas wärmer anziehen zu müssten. Bei der abschließenden "Kommunion?" knieten sich nur ca. 80% der Anwesenden auf die Fußbank.

Bleibt abschließend nur noch festzuhalten, dass die Damen (es waren wirklich nur Damen!), die am inbrünstigsten am Gottesdienst teilnahmen, dann später die waren, die auch am inbrünstigsten tanzten, was vermuten lässt, dass meine vor Jahren hier mal ausgeführte Theorie über die Symetrie von Tanz und Sex ggf. noch um das Gebet erweiterbar wäre.

Allerabschließend möchte ich aber noch bemerken, dass ich mich hier nicht über Gläubige Menschen lustig machen will. Es geht mir schlich darum, meinen persönlichen Eindruck zu schildern.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Gehört die Frau auf den Schreibtisch?

Man sieht es ja in vielen Filmen, war die erste Antwort die mir dazu einfiel, als ich mir die Frage stellte. Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich meine nicht so wie in "Wenn der Postmann zweimal klingelt", obwohl das in der Filmgeschichte aus meiner bescheidenen Sicht die beste Tischsexszene überhaupt ist. Nein, es geht um das Foto der Liebesten auf dem Schreibtisch.

Angesichts einer Fotosession, um die Familien-Fotowand meiner Schwiegereltern zu komplettieren, fielen vor einiger Zeit sehr nette Fotos von meinem Weib alleine an und ich dachte mir, dass ich jetzt alte genug wäre, auch mal ein Foto von ihr auf den Schreibtisch zu stellen. Früher fand ich das ja immer bieder, verstaubt und in den Filmen waren es immer die eiskalten Bosse, die mit dem Familienfoto im Büro die heile Welt raushängen ließen. "Aber das Leben ist kein Film", widersprach da mein Alter Ego. "Richtig", dachte ich, und schließlich hast du zur Not eine Ausrede, weil du deine Frau ja so selten siehst.

Stutzig wurde ich, als keiner der Kollegen auch nur ein Wort sagte. Entweder, ich gehöre nun wirklich zu den verstaubten Bürowichten und man will die Peinlichkeit nicht ansprechen - oder aber die anderen machen sich schlicht gar keinen Kopf um das Foto.

Recherchen im Arbeitsumfeld meiner Frau ergaben, dass ein neuer (etwas älterer) Kollege ein Foto seiner Frau aufstellte, woraufhin ein jüngerer, aber schon länger anwesender Kollege, einige Tage später nachzog. Es scheint also so, als würde ich nicht allein mit den Zweifeln dastehen. Aber es scheint auch, als würden die Männer sich nicht so richtig trauen.

Aber, so schließe ich meine zweifelnden Gedanken ab, die Frauen sind ja auch nicht besser. Das eine Frau ein Foto ihres Liebsten auf dem Schreibtisch stehen hat, habe ich in meiner Berufslaufbahn erst ein einziges Mal gesehen.

Montag, 9. Juni 2008

Black Friday

Aller zwei Jahre wieder, ist es nun wieder so weit. Der Golf muss zum Tüv. Die wichtigsten Vorkehrungen zur Vermeidung einer "erneuten Prüfung" wurden erledigt: Das Auto wurde gewaschen, der Motorraum von hässlichen Ölrückständen befreit, das defekte Nummernschildbeleuchtungslämpchen ausgetauscht (Das stößt den Typen immer ganz übel auf, wenn das nicht geht.) und die nötigen Papiere liegen für den großen Tag bereit.

Als ich gerade planen wollte, ob ich neben Kaffee, Stullen, Snickers und Co für die Abendstunden der Wartezeit auch ein gute Buch und ein alkoholfreies Bier mit einpacken sollte, dachte ich: "Man kann ja von den TÜV-Leuten sagen was man will, aber Anhänger der Technik sind sie allemal." Also fand ich die Idee mal nachzuschauen, ob man sich dort nicht online einen Termin reservieren kann, nicht ganz abwegig. Und siehe da. Man kann! Nun sind die Herren aber doch noch Beamte alter Schule genug, um das Formular in den Untiefen der Webseite zu verstecken.

Doch der Herr unkita ward fündig. In der Terminübersicht schaute ich nach, welche Termine noch als frei verzeichnet waren und war erstaunt, dass scheinbar noch andere das Formular gefunden zu haben schienen. Viele freie Termine gab es nicht mehr. Aber was ein Glück: Ausgerechnet mein Wunschtermin am nächsten Freitag war noch nicht belegt. Zugegeben 7.30 ist nicht Jedermanns Sache, aber um die Zeit ist es wenigstens noch kühl. Die erwartungsgemäß sehr nüchtern gestaltete Anmeldung war dann (erwartungsgemäß) auch erfolgreich und es kam die Bestätigung per Mail. Hier nun wurde mir endlich klar, warum an dem Tag noch so viele Termine frei waren.

Freitag, 30. Mai 2008

Ich?.... schwitze einfach nicht!

Gestern war Wandertag Betriebsausflug. Dieser fand im Odenwald (so zwischen Darmstadt und Aschaffenburg) statt. Als Vorbereitung habe ich mir am Abend vorher ausführlich den Wetterbericht angeschaut (mit dem ich ja immer etwas meine Probleme habe) und wieder mal etwas Neues über Taupunkte gehört, dass ich nicht verstanden habe. Die wichtigste Nachricht kam aber an und die lautete: Es wird verdammt heiß!

Dem war dann auch so - und der Herr Unkita war in Sachen Kleidung so gut es ging vorbereitet. Nach einem kleinen Frühstück ging es dann aber auch gleich in die Vollen. Ca. 1,5 Std geführtes Site-Seeing durch das weitläufige (nahezu schattenfreie) Gebiet der Odenwälder Winzergenossenschaft. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass die Stopps für die Erklärungen nur selten im Schatten stattfanden. Erschwerend kam hinzu, dass, wenn auch nur in homöopathischen Dosen, Wein ausgeschenkt wurde.

Spätestens nach 20 Minuten bildeten sich dann auch die ersten Schweißperlen auf der Stirn der Männer mit den etwas schwereren Knochen. Nach 21 Minuten bei allen. Bei allen? Nein, eine kleine Gruppe gallischer Damen leistete dem Wetter erfolgreich Widerstand. Sie schwitzten einfach nicht. Auf ihren Gesichtern fand sich keinerlei Rötung und selbtmurmelnd verwischte auch das dezent aufgetragene Makeup nicht.

Aus der Sendung mit der Maus weiß ich, dass Hunde über die Zunge und ihre Füße transpirieren, aber dezente Blicke auf beide Körperteile der gallischen Damen ließen diese Möglichkeit eindeutig ausscheiden. Auch stiegen keine Dampfwölckchen aus ihren Ohren auf. Der Hase und Igel Doppelgängertrick schied auch aus, so dass ich mit meinem Latein am Ende bin.

Was machen gallische Damen anders?

Montag, 7. April 2008

Wetterbericht

Über das aktuelle Wetter gäbe es sicher einiges zu sagen, soll aber nicht das Thema sein. Vielmehr soll es um den Wetterbericht gehen. Das Wetter ist ja immer ein gutes Thema um ins Gespräch zu kommen, wenn sich gerade kein anderes Thema bietet. Um so wichtiger, gut informiert zu sein. Diesem Wunsch kommen die Fernsehsender nun sei es das Fernsehen gibt mit unterschiedlichem Erfolg nach. Kennt noch einer die Wetterkarten auf denen die Hochs und Tiefs (ich glaube aus Filz) angeklebt waren? Die Blue Screen Technik war zwar schon erfunden (erstmals 1933 in King Kong verwendet) aber für das Fernsehen noch zu teuer.

Später dann wurden Filme eingeblendet, die Berechnungen wurden immer genauer und vermeintlich verlässlicher und schließlich wurde mit Herrn Kachelmann sogar noch ein "Unterhaltungsfaktor" eingebaut. Zeitweise gab es sogar 3D-Flüge über ausgewählte Regionen und wenn ich mich nicht täusche, hat man es auch mal mit einer anderen Perspektive auf das Geschehen als probiert.

Heute nun stellt sich der Wetterbericht für mich so dar. Ein gehetzt wirkender Moderator begrüßt sein Publikum mit einem "lustigen" Intro und geht sofort in medias res. Kaum sind die Hoch und Tiefs sowie zahlreiche Wölckchen mit oder ohne vorschauender Sonne eingeblendet, die immer wieder von der in der Luft rührenden Hand des Moderatoren verdeckt werden, folgt der Teil mit dem Wolckenradar oder dem Regenradar oder sonst einem Radar, sofort gefolgt von der wohl größten Ansammlung von Pfeilen, die ihre Position wechseln, die ich kenne. Diese, so hört man, sollen anzeigen, von wo der Wind kommt. Natürlich rührt auch hier der Moderator heftig mit der Hand im Geschehen. Manchmal hat man gar das Gefühl, die Pfeile würden durch seine Hand irgendwie gesteuert.

Am Ende folgt dann noch schnell die 3 Tages-Vorschau und eine Linie, die sowas wie die Sicherheit der Prognose angeben soll und ich beschließe wieder mal, bei der Kleidung das Zwiebelschalenmodel anzuwenden, weil ich keinen blassen Schimmer habe, wie denn nun das Wetter wird.

Samstag, 15. März 2008

Hochzeitstag-Stöckchen

Da kommt man gerade aus dem Garten, hat massig Holz kleingeschnitten und dann sowas: Ein Stöckchen. Kenner wissen, dass ist ja so irgendwie - also ich meine, mal ganz ehrlich, *räusper*, nicht meins. Also nehme ich mir die Freiheit....

Heute ist mein Hochzeitstag. Genau genommen der von meiner Frau und mir. Es ist der sechste seiner Art und das blöde daran ist, das mein Weib nicht da ist. Sie weilt auf einer Tagung in Budapest, zu der ich nicht mit wollte, weil mir das "Ladies-programme" immer so peinlich ist und es sowieso immer nur um Schule und Mathe geht, womöglich noch auf Englisch. Also kann ich nicht wirklich jammern.

Das konnte ich letztes Jahr, weil- da war ich richtig krank. Zwei Wochen und der Hochzeitstag lag mitten drin. Nun sind unsere Hochzeitstage aber nicht immer so. Am ersten z.b. haben wir unsere Hochzeit groß gefeiert. In einer Mühle. Ich hab sogar eine kleine Rede gehalten, die ganz gut ankam - glaube ich. Aber richtig Sorge hatte ich vor dem Eröffnungstanz. Da ich ja nur Freistil kann, kam Gott sei Dank kein Walzer in Frage. Statt dessen gab es Marianne Rosenberg. Das ist mir übrigens nicht peinlich.

Am allerersten Hochzeitstag, also quasi bei der Trauung, da waren wir nur zu dritt. Meine Frau, die Standesbeamtin und ich. Das war so, weil wir vorher niemandem gesagt haben, dass wir heiraten. Wir wollte den Tag für uns. Die Information haben wir dann per Postkarte von den Azoren nachgereicht. Vielleicht sollte mir das peinlich sein. Isses aber nicht. Wir würden es wohl jederzeit wieder so machen.

Lustigerweise haben wir an den Tag der Trauung Heinz-Rudolf Kunze getroffen. Eigentlich wollte ich hin und ihm sagen, dass wir gerade geheiratet hätten und er uns ruhig mal was vorsingen könne oder zumindestens was Kluges aufschreiben. Schließlich sei er doch Lehrer. Aber das war mir wieder zu peinlich.

Wer genau aufgepasst hat, wird feststellen, dass ab heute nun das verflixte siebte Jahr beginnt. Ich könnte jetzt eine ganze Menge statistische Beweise liefern, dass das quatsch ist, will ich aber nicht. Andererseits finde ich es eigentlich ganz gut, wenn man sich (zumindest) alle sieben Jahre mal Gedanken macht, ob noch alles im Lot ist. Mein Resume ist: Die Dinge ändern sich, aber lieben tu ich meine Frau immer noch wie am Anfang. Das hört sich nun voll peinlich an.

Ich habe übrigens schon zig Diskussionen darüber geführt, ob man unbedingt heiraten muss und was sich dadurch ändert. Die meisten Leute finden Heiraten irgendwie spießig und meinen, man wolle dadurch nur eine Sicherheit, die man nicht hat. Ich finde das nicht. Abgesehen davon, dass ich es peinlich finde, mit über 40 noch von seiner Lebensabschnittsgefährtin oder so zu reden, kann man doch, wenn man sich in seinem Leben mal ausnahmsweise einer Sache sicher ist, das auch irgendwie zeigen.

P.s.: Wer mitgezählt hat, wird feststellen, dass ich -wie gewünscht- sechs mehr oder weniger peinliche Dinge aufgezählt habe.

Samstag, 1. März 2008

Nomen est Omen

1. Gestern Harry und den Halbblutprinzen zuende gehört und heute bei Edeka Halbblutorangen gekauft.

2. Diese Woche so abartig viel Arbeit, dass ich heute Nacht um 4.00 nicht mehr schlafen konnte und zwecks Abtragung des Berges an den Rechner bin. Erster Versprecher des Morgens. "Man soll den Morgen nicht vor dem Grauen loben!"

Fazit: Auch das Grauen hat seine humorvolle Seite.

Freitag, 1. Februar 2008

Hauselfen

Seit einer Woche sind die neuen Hauselfen nun fertiggestellt. Aber die Biester sind störrischer als ihr offensichtliches Vorbild (Kreacher). Sie wollen beim Kochen noch nicht einmal das Kartoffel schälen übernehmen. Stattdessen machen Sie sich überall in der Wohnung breit. Ich glaube, ich muss mal einen Aufseher basteln.

Samstag, 22. Dezember 2007

Veni vidi, vici

Wie gern würden wir Cäsars Ausspruch nehmen, um über das Thema "Die Eroberung meiner Frau" zu schreiben. Aber - ach, in diesem Falle zogen sich die Römer immer wieder zurück, um sich zu beratschlagen, so dass es beinahe ein Waterloo gegeben hätte. Kein gutes Thema also.

Auch taugt der Titel wenig, um sich über den beruflichen Stand des Schreibenden zu äußern. Sicher, der Job ist ok. Die Bezahlung (inzwischen) auch so, dass wir nicht wirklich klagen können. Aber zu den Machern und Cheftypen gehört der Herr Unkita sicher nicht.

Vielleicht der Sport? - Nun, die Tischtennis- und Volleyballkarrieren des Herren waren nicht ohne Erfolge, aber auch nicht ohne Niederlagen. Die gehören dazu, mag man nun erwidern. Aber es gibt sie doch, diese Siergtypen, die scheinbar nie verlieren. Was haben denn die, was so viele Leute nicht haben. Vielleicht kommen wir so dem Thema so langsam näher.

"Siegertypen": Da fallen uns Josef Ackermann, Helmut Kohl, Harald Schmidt und Lance Armstrong ein. Caesar gehört natürlich auch dazu. Klaus Zumwinkel ist auf dem besten Weg dahin. Die Liste lässt sich sicher beliebig fortsetzen. Aber was verbindet sie, die Siegertypen?

Physiologisch, so vermutet man, hätten Siegertypen ein sehr hohen Serotoninspiegel. Serotionin ist das Glückshormon, das auch in Folge gesteigerten Schokoladenkonsums ausgeschüttet wird. Serotonin macht glücklich und lässt einen zum Beispiel mögliche Rückschläge und Gefahren völlig ausblenden. Es macht also optimistisch. Wahrscheinlich braucht es dass, um ein Siegertyp zu werden. Nichts für den pessimistischen Herrn Unkita. Wir fragen uns dabei (und das nicht nur zu Weihnachten), was denn mit den Verlierern ist. Wenn es Gewinner gibt, gibt es doch auch immer Verlierer. Sicher beim nächsten Mal können auch die wieder gewinnen. Aber Siegertypen gewinnen immer! Oder?

Vielleicht gewinnen sie ja gar nicht immer... Und wenn ja - Vielleicht geht es ihnen mit dem Sieg ja so, wie uns mit dem Mäusespeck. Irgenwann überfrisst man sich daran und kann es nicht mehr sehen. Oder aber es schmeckt nur noch fahl. Wie?, so fragen wir uns - kann man denn den Sieg so richtig genießen, wenn man nie verloren hat?

"Nun mal halb langHerr Unkita", mag man nun einwenden. Ein Siegertyp muss doch ständig um seinen Sieg kämpfen und auf seinem Weg zum Sieger mit Abo hat doch jeder Rückschläge einstecken müssen. Und überhaupt: Auch die oben genannten Herren haben doch bei allen Erfolgen, auch immer auch Rückschläge hinnehmen müssen. Dem können wir zustimmen. Nur glauben wir, dass der Unterschied der ist, dass diese Herren nie wirklich daran gezweifelt haben, dass es für sie am Ende schlecht ausgeht. Das schließt die Personen für die sie Verantwortung tragen natürlich nicht unbedingt ein.

Einen zweiten Unterscheid meinen wir darin auszumachen, dass Siegertypen nie an der Richtighkeit ihrer Ziele zweifeln. Jedes Eingestehen eines guten anderen Arguments, so glauben sie, rüttelt an ihrer Position und würde sie zu Schwächlingen machen. Notfalls, so haben wir bisweilen den Eindruck, halten sie wider besseren Wissens an ihren Positionen fest.

Nun wollen wir zu Weihnachten aber nicht so miesepetrig sein. Denken wir doch an die Dame, die sich nackt auf das Dach stellte und der Haupstraße mit ehrlicher Freude ihr "Veni, vidi, vici mitteilte. Schon am nächsten Tag, als man sie in Verwahrung genommen hatte, wurde ihr klar, dass es wohl kein deuerhafter Sieg war, den sie errungen hatte, -- aber sie hatte doch ihre ehrliche Freude an ihrem kurzen Sieg. Und genau das, scheint uns der Unterschied zu sein.

Montag, 17. Dezember 2007

Schwamm drüber

Also, es ist schon lustig. Gestern haben wir nach leider viel zu langer Zeit wieder mal meinen alten Schulfreund mit Familie besucht. Und was höre ich: Vater und Sohn sind echte Sponge Bob Anhänger.
Eigentlich brauche die Serie gar nicht mehr zu schauen, denn besonders Sohnemann kann scheinbar alle 50 oder 60 existierenden Folgen nahezu auswendig vorspielen. (Mir hat ja besonders die Stelle mit dem Lagerfeuer unter Wasser gefallen).

Vielleicht sollte ich mir ja doch mal 3 oder 4 Serien ansehen. Drunter ginge es nicht, weiß ich nun, man braucht so lange, um Blut zu lecken....

Freitag, 7. Dezember 2007

Whole "lott"a love

Die einen kommen, der anderen geht...

Was, das versteht keiner? Na, dann nochmal: Gunnar Lott, Chefredakteur der Gamestar, gab jüngst den Abschied von seinem Posten beklannt. Er bleibt dem Verlag zwar erhalten, aber zukünftig fast nur noch für den Onlinebereich. Für mich bleiben nun eigentlich nur noch Christian Schmidt und Fabian Siegismund, deren Artikel ich als Abonnent schätze. Danach fällt das Niveau für meinen Geschmack schnell ab oder aber wird mir zu subjektiv. Soll ich zukünftig nun doch nur noch online lesen? (zumal es die PC Powerplay als mögliche Alternative auch nicht mehr gibt) oder mal eine neue Zeitschrift ausprobieren? Oder werde ich gar zu alt für diese Art der Freizeitbeschäftigung? Dann also doch die Gartenlaube abonnieren?

Und dann wären da noch die geschätzten Renter von Led Zeppelin, die es noch einmal wagen. Wenigstens die hatten sich dem allgemeinen Trend des Wiedervereinigung alternder Rocker ja bisher nicht angeschlossen. Manchmal ist es eben besser zu gehen, wenns am schönsten ist. Andererseits hat es da in der Vergangenheit recht schöne Auftritte alter Bands gegeben. Warum ich das bei Led Zeppelin nicht glaube? Weil zufällig die Best of Best of Best CD vor dem Konzert rauskommt, es nur ein einziges Konzert gibt und die Herren weiß Gott nicht bescheiden sind, was die Meinung über sich selbst angeht. Wer das Heutejournal vor ein paar Tagen gesehen hat weiß, was ich meine.

Samstag, 24. November 2007

Selbsterfahrungs-Wochenende

Dieses Wochenende, obwohl gerade mal angefangen, ist mein Selbsterfahrungswochenende. Wäre ich jetzt mit einer Betroffenengruppe in der Toskana, würde das sicher einen Haufen Geld kosten. Hier ist es umsonst. Grund genug, die Welt an meinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Also... Was ich über mich gelernt habe:

1. Wenn das Weib weg ist, schneide ich mir beim Kochen immer, wirklich immer, heftig in den Finger. --> Der Besuch beim Griechen ums Eck scheint ungefährlicher.

2. Ich bin der mieseste Geschenke-Einpacker aller Bundesländer, in denen ich schon mal gelebt habe. Warum muss ich dann auf die blöde Idee kommen, dieses Jahr mal einen selbst gebastelten Adventskalender zu gestalten?
-->Nächstes Jahr unbedingt nach Covenience-Geschenken ausschau halten.

3. Tchibo würde gerne haben, dass ich meinem Weib die namentlich passenden Ohrringe, Ketten und Ringe in Gold-Silber-Kombi schenke, nur wegen des Namens. Da haben sie sich aber geschnitten!
-->Äh, schlechtes Wortspiel, irgendwie....

4. Die Leute die im hiesigen Mediamarkt am Samstag um 16.00 Uhr anzutreffen sind, entsprechen tatsächlich dem Werbeniveau.
--> Mediamarkt eigentlich zukünftig konsequent boykottieren!

5. "Westworld" gekauft und nahe dran, den Film am PC anzuschauen...
--> Wir brauchen wirklich dringend einen Ersatz für den defekten Videorekorder.

6. Auch, wenn die wenig geschätzte Kollegin wesentlich mehr verdient... und Frau Suckale (Personalvorstand der Bahn) mit 35.000 € Grundgehalt und i.d.R. 140.000 € Monatsgehalt deutlich macht, dass es zukünftig immer schwieriger wird, das Wort "Verhältnismäßigkeit" plausibel zu machen...
--> ...Ich bin mit meinem Leben eigentlich zufrieden.

7. Anne Will, Melissa Etheridge, Jodie Foster, Ruth... Seltsam...alles Frauen, die ich sehr schätze!
--> Auf keinen Fall in Frauenliteratur erhellende Infos erwarten.

8. "On the Road home" von Heart ist wirklich eine nette CD!

Dienstag, 30. Oktober 2007

Hot blooded

(Oops, i did it agian..)

Gestern habe ich wieder mal eine qualitative Untersuchung durchgeführt. Das Studienobjekt war ich selbst. Thematisch ging es um das Verhalten im Straßenverkehr unter besonderer Berücksichtigung des adrenalinbedingten Bewegungsdrangs.

Die Versuchsanordung war sehr simpel, aber effektiv: Man fahre direkt nach einem anstrengenden Arbeitstag bei nahezu völliger Dunkelheit und ergiebigem Regen mit seinem Weib während des Feierabendverkehrs durch die von Baustellen und Einbahnstraßen übersäte Kleinstadt zu einem Geschäft, dass sich in einer Straße befindet, deren Zugang für den normalen Verkehr verboten ist, was man vorher tunlichst vergessen haben muss. Man warte dort zwei oder drei Sekündchen, während derer zahlreiche Autos das Wegfahren unmöglich machen und erfreue sich an den reghaften Lichthupenzeichen des Hintermannes. Man bittet die Gattin (gefühlt) höflich doch schon mal allein zu dem Geschäft zu gehen, während man sich nur schnell ein Parkplätzchen zu suchen gedenke. Dann kreise man durch das Einbahnstraßen-Baustellengewirr ca. 20 Minuten durch die Kleinstadt, freue sich darüber, dass man schon fast wieder zu Hause ist und erinnere sich an seine Frau.

Diese Versuchsanordnung führt dazu, dass
das eigene Blut trotz vorsorglich auf "LOW!" eingestellter Klimaanlage, anfängt zu brodeln. Verbunden damit ist der ausgeprägte Wunsch nach Bewegung, dem man im Auto nur bedingt nachkommen kann. Außer dem Lenkrad (einprügeln) und diversen Hebeln (an-ausschalten, abbrechen) ist so ein VW Golf doch erfrischend puristisch eingerichtet.

Interessant an der Untersuchung ist, dass die Unmöglichkeit der körperlichen Bewegung zur Kühlung des Gemütes die Bluttemperatur noch weiter steigen lässt. Erst recht, wenn die völlig durchnässte Frau wiederum 20 min. später leicht angesäuert wieder ins Auto steigt.

Das allererstaunlichste aber ist, dass die Laune sich, nachdem man den Autokäfig verlassen hat und ein paar hektische Runden in der Wohnung gedreht hat (und sich 2 Gläser Wein hinter die Binde gekippt hat), endlich besser wird.

P.s.: Unbedingt merken: Dieses Jahr keinerlei derartige Versuche mehr unternehmen.