Freitag, 5. September 2008

Das Fernfahrersysndrom: Essen und Trinken...

... hält Leib und Seele zusammen. So heißt es ja und das mit dem Leib kann ich an mir gerade ganz gut feststellen, denn in den letzten Monaten kam das eine oder andere Kilo Kitmasse hinzu. Drum - und weil der Cholesterinspiegel irgendwie auch zu hoch - soll nun etwas kürzer getreten werden.

Was mich zu der ursprünglichen Intention bringt, diesen Blog zu starten: Meine Freude am Essen und Trinken. So will ich mich, so der gute Vorsatz, nun wieder mehr diesem Thema widmen, aber natürlich auch ab und an schreiben, wenn mir zufällig wieder mal Demi Moore über den Weg läuft.

Los geht es mit der Beschreibung eines von mir bei mir selbst diagnostizierten Gendefekts, der sich in den Symptomen des Fernfahrersyndroms manifestiert. Der Grundstein für das Fernfahrersyndrom wird meist in der Kindheit gelegt. Bei mir erfolgte dies an den Tagen, an denen wir früh morgens (ich meine wirklich früh morgens) an die Ostsee fuhren. Am Abend zuvor bereitete Muttern meist schon die Karbonaden (Norddeutsche Bezeichnung für Kotelett) vor, kochte Eier und setzte den Kartoffelsalat an. Herrlich! Ich konnte kaum schlafen aus lauter Vorfreude auf die See und die Aussicht auf den Verzehr der panierten Speisen (Fleisch mit Semmelbrösel, Ei mit Sand) Dazu gab es Caprisonne. - Alles war in der Kühltasche verstaut, so dass es theoretisch den ganzen Tag über angenehm gekühlt bleiben hätte können. Theoretisch, denn bereits gegen 8.00 hatte Vatern Lust auf ein Ei oder bereits etwas Kartoffelsalat. So war denn von dem Vorrat gegen Mittag nicht mehr viel übrig.

Über die Jahre muss sich nun diese Verdrahtung von Urlaub, Wegfahren und Essen irgendwie so verbunden haben, dass ich, kaum sitze ich im Auto, Hunger bekomme. Mit meiner Frau habe ich die Abmachung, die auch heute selbstverständlich noch vorbereiteten Stullen und gekochten Eier, nicht vor der Autobahnauffahrt zu essen. Das hat mich auf Fahrten in den Süden schon öfter mit dem Gedanken spielen lassen, nicht den langen Landstraßenweg nach Soltau zu nehmen, sondern über Hamburg zu fahren. Dabei ist man bereits nach 5 Minuten auf der Autobahn und nicht erst nach 45min.

Interessant ist dieses Fernfahrersyndrom, weil ich über Jahre morgens eigentlich keinen großen Hunger hatte. Es kam vor, dass ich den ersten Happen erst gegen Mittag zu mir nahm, was übrigens entgegen den Aussagen der Frühstücksprediger, durchaus nicht ungesund ist. Aber auf Autofahrten war dieses "Naturgesetzt" bei mir bereits immer ausgehebelt.

Der aufmerksame Leser wird nun vielleicht sagen: Aber predigt er nicht immer die Vorzüge der Bahn? wie ist es denn da? Nun: dort ist es nicht so. Vielleicht komme ich bis zur Rente ja dahinter, warum dem so ist...

Kommentare:

Orinoko hat gesagt…

Sehr merkwürdig das, ich esse im Auto nur wenn lange Strecken zu bewältigen sind, ab drei Stunden aufwärts. Dafür halte ich dann auch gern an einem Rastplatz. Aber ich bin wohl eh etwas skurril geraten was das fahren angeht, ich mag nicht einmal gern Musik hören beim Fahren.

Meise hat gesagt…

Ich hatte das als Kind, wenn's in die Ferienfreizeit nach Frankreich ging: Kaum, dass der Bus losgefahren war und die zum Abschied winkenden Eltern außer Sicht, wurde der Proviant nach den leckersten Dingen durchforstet und prompt verspeist. ;)

Frau Vivaldi hat gesagt…

Meine Kinder machen das auch so... kaum ist die Autotür geschlossen, mutieren sie zu Krümelmonstern.. mein Sohn bekommt schon Hunger, kaum dass wir die Einfahrt verlassen haben und die Gummibärchen reichen nie bis zur Autobahn..
Dafür müssen die Beiden so gut wie nie unterwegs zur Toilette. Auch ein Vorteil..

Falcon hat gesagt…

Bei der Bahn fehlen einfach die Rastplätze am Rand der Autobahn.
Es gibt doch kaum etwas Schöneres, als auf den vom Morgentau noch leicht feuchten Holzbänken zu sitzen, eine Tasse heißen Kaffe zu schlürfen und dabei das mitgebrachte Essen zu futtern.
Und dabei natürlich zu sehen, wie langsam die Sonne aufgeht.
Das war für mich immer das Zeichen dafür, dass jetzt die Ferien wirklich angefangen haben.

unkita hat gesagt…

@orinoko: Das mit dem Musik hören hat bei mir auch stark nachgelassen. Inzwischen unterhalte ich mich lieber.

@meise: Ja, das kenn ich auch noch von den ersten Klassenfahrten.

@vivaldi: Das scheint mir ind er Tat ein großer Vorteil. Mein Weib muss immer bereits bei der ersten Raststätte raus. Somit haben wir immer etwas "Anlaufprobleme" bei Reisen....

@falcon: Ich sehe schon, ihr seit auch immer "zeitig" losgefahren. Aber an die feuchten Bänke und die Steintische kann ich mich auch noch gut erinnern. Unsere erste Station waren übrigens immer die Kasseler Berge. Da lach ich ja heute drüber.

Lou hat gesagt…

Essen während der Fahrt ist irgendwie unpraktisch. Und ungemütlich. Egal ob als Fahrer oder Beifahrer. Lieber kurz rausfahren von der Autobahn oder wo man sonst rumkurvt und ein paar Minuten die Beine beim Essen vertreten...

Springfloh25 hat gesagt…

Ich glaube hart gekochte Eier habe ich auch nur während Autourlaubsreisen freiwillig gegessen.