Montag, 12. November 2007

Die fünfte Jahreszeit

Als bekennender noddeutscher Karnevalsmuffel, steht dieser an Platz Nummer 1 der Dinge, die ich an Köln nicht vermisse. Leider hat mich die Stadt dafür mit einem Vergessensfluch belegt, der zur Folge hatte, dass ich der Stadt dieses Wochenende einen Besuch abtattete.

Na und? mag sich der unkundige Leser nun Fragen. Dazu ist zu sagen, dass auf dieses Wochenende der 11.11 fiel, an dem um 11.11 die neue Karneval-Session (um Gottes Willen nicht Saision sagen!) beginnt. Diese ist zum großen Leid des Kölners in diesem Jahr durch besondere Kürze gekennzeichnet (Erst in ca. 100 Jahren ist der Karneval wieder so kurz). Dieser Umstand führt (besonders beim Karneval) dazu, möglichst heftiger und schon mal ein wenig früher zu beginnen. So auch geschehen am 10.11, als wir uns an der Kölnarena durch ein Meer von Pappnasen kämpfen mussten, die zur Einstimmungsparty da waren.

Das war allerdings noch nichts gegen die Mengen, die am Sonntag auf dem Weg zum "Alter Markt" waren, wo traditionell der offizielle Countdown lief. Da ich meinen Fehler inzwischen bemerkt hatte, blieb ich vorsichtshalber in der Wohnung verschanzt. Aber die Stadt hatte kein Erbarmen. Im Radio wurden Karnevalsschnulzen hoch und runter gespielt und meine Gastgeberin (Wahlkölnerin und damit dem Karnvalsviruns i.d.R. extrem verfalllen) sang diese fröhlich mit.

Als Abschieds-Gag hatte sich die Stadt dann noch etwas Besonderes ausgedacht. Am Bahnsteig wurde die vermeintliche Richtung meines Zuges auf der Tafel mehrmals gewechselt. Das hatte natürlich zum Ziel, dass ich - voller Panik - auf andere Bahnsteige sprinten sollte, um dann den eigentlichen Zug zu verpassen. Aber dazu bin ich Profi genug. "Einfach aussitzen", dachte ich mir, das hast du in Köln gelernt. Und siehe da, 10 Minuten später saß ich im reztenden Zug.

Tätä-Tätä-Tätä.... Köööööle... alaaf.

Kommentare:

Butterbemme hat gesagt…

Uuaahh
*schüttel*
Karneval!
*schüttel*

Meise hat gesagt…

Lieber Herr Unkita!
Das tut mir leid, dass Sie vom Sessionsbeginn so gebeutelt wurden. Als Rheinländerin (die sich dem allgemeinen Schunkeln im Herbst trotzdem nicht anschließen möchte) war mir klar, dass es um den 11.11. rum sicherer ist, einfach zuhause zu bleiben, Fernsehen und Radio auszulassen und sich irgendwelchen anderen Dingen zu widmen. Bei mir so geschehen. Ihnen also nochmal "herzliches Beileid"!

Darth Puma hat gesagt…

Ich, als waschechte Kölnerin, kann mit Karneval auch nichts anfangen. So gar heute morgen um 7.00 Uhr gab's in der Uni-Umgebung noch schunkelnde Schnapsdrosseln.
Nicht meine Welt.

Rotfell hat gesagt…

ach, das war das UffTata bei uns! Ich habe mich schon gewundert, was dieses Mal der Grund für die spätabendliche Ruhestörung war. Es ist schon schlimm, wenn man im kulturellen Zentrum einer Kleinstadt lebt. Aber in einer Großstadt? Da würde ich immer in Urlaub fahren. (haben meine Eltern früher beim Weinfest gemacht)

Orinoko hat gesagt…

Köln Helau *fg
Zum Auftakt und während der Zeit des Weiberfastnachts und der Umzüge, müssen Radio und Fernseher stromlos bleiben.
Wohl dem der dann zuhause bleiben darf.

Julchen hat gesagt…

Ich bin nächste Woche Mittwoch in Köln... Muss ich da Angst haben? Ich bin doch Bayer! Heul...

Falcon hat gesagt…

Echt jetzt - 11.11. in Köln - da kann ich nur sagen "selber schuld!".
Berlin ist da immer noch glücklicherweise so preussisch-muffelig, dass sich hier wohl so schnell der Virus nicht flächendeckend ausbreiten wird. Reicht schon, dass bei uns als ehemaligem Bonner Laden Altweiber ausgiebig begangen wird.
Schlimm genug. Kann man aber überleben.
Im Gegensatz zu einer vollen Session, bei der im Rheinland immer nur großräumige Flucht geholfen hat.
Übrigens: Es heisst natürlich "Kööööölle". Mit Doppel-L!
Alaaf auch!

Frau Vivaldi hat gesagt…

Das gehört auch zu den Dingen, die ich bei meiner Nordwanderung gerne hinter mir gelassen habe - den fränkischen Fasching.. der 11.11. ist hier zum Glück absolut spurlos an uns vorüber gegangen! Haben Sie sich inzwischen wieder etwas erholt?

Fatal hat gesagt…

Zur Zeit nervt mich da nicht nur der Faschingsanfang, erschwerend hinzu kommt das im Radio schon wieder angefangen wird "Last Christmas" zu spielen und die ersten schon mit der Weihnachtsbeleuchtung begonnen haben.

Das wird eine anstrengende Zeit bis nach Fasching :-(

unkita hat gesagt…

@bemme: Er kommt, so oder so. Es gilt sich nur gut zu verstecken....

@meise: Danke für dein Mitgefühl. Aus dem Munde einer Rheinländerin ist das viel Wert.

@puma: Das darfst du aber in Köln nicht öffentlich zugeben oder? ;-)

@rotfell: Also zum Weinfest würde ich ja sogar extra kommen!!!

@orinoko: Ja, einHoch auf die gut informierten Leutchen.

@julchen: Ihr habt ja mit dem Oktoberfest schon etwas Übung. Da wird es schon nciht so schlimm werden.

@falcon: Na, der Profi wieder. natürlioch mit Doppel-L. War n Test, ob es jemand merkt. Ansonsten war ich kurz davor eine Höhner-Liedchen als Titel zu wählen. Dachte aber, der Falcon, der ist krank. Das wird ihn womöglich umbringen...

@Frau Vivaldi: Ja, ich habe mich an den Keksen gütlich getan, die das Produkt des Wochenendes waren. Das hat die Nerven etwas beruhigt.

@fatal: Last Christmas kann man nur mit legalen Rauschmitteln ertragen, finde ich, irgendwie....

Falcon hat gesagt…

Ohja, das hätte es. Sicherlich ;-).

Aufklärungszentrale hat gesagt…

Wolle ma se reinlase????


NEIN!!!

Lou hat gesagt…

nix für mich...^^

Springfloh25 hat gesagt…

Karneval ist in Bonn erst richtig ab Weiberfastnacht und ich mach es nächstes Jahr einfach wie letztes Jahr - ich besinne mich an die Wurzel, soll heißen, schau mir mit meiner kleinen Nichte Karnevalszüge an und schrei Kamelle. Die ganze Massensauferei überlasse ich anderen.