Donnerstag, 17. April 2008

Da war soviel los...

Vielleicht lag es an dem Klassentreffen, vielleicht ist es schon dieses Phänomen, dass einem plötzlich ganze Gedichte wieder einfallen, die einem jahrelang entfallen waren, jedenfalls ging mir eben im Auto folgene Textzeile durch den Kopf:

Da war soviel los das Leben bestand ausschließlich aus Sensationen
und jeder Tag brachte jede Menge phantastische Situationen..

Der Kenner weiß selbstredend, dass es sich um einen 1975 von "Uns Udo" aufgenommenen Song handelt, in dem es um Kinderträume geht - und was (sik*) bei einem Klassentreffen daraus geworden ist.

Was mich aber nun beschäftigt, ist die Frage, ob das Leben eigentlich tatsächlich keine "Sensationen" mehr bietet. Und obwohl ich es natürlich gerne abstreiten möchte, hat mich die "Arbeit" doch relativ fest im Griff. Solange einem der Job Spaß macht, lässt sich das ja, je nach Gusto, sogar hinnehmen. Aber die Sensationen werden weniger. Vielleicht liegt es ja auch an dieser "Das erste Mal"-Sache. (Der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch daran). Die richtig großen Sensationen sind irgendwie schon fast alle einmal erlebt.

Aber das scheint mir nicht alles zu sein. Ich erinnere mich, dass ich als Kind sogar bei so einfachen Dingen, wie dem Besuch des Freibades oder der Schwimmhalle immer mordsgespannt war, wie es wohl wird. Heute beim Waldlauf hoffe ich nur, dass ich nicht wieder in Hundekacke trete.

Nun mag sich das vielleicht nach Middlife-Krise anhören. Und der Hobbypsychologe wird vermuten, dass ich bald über eine neuen Lebensabschnitt mit einer 18-Jährigen schreibe. Aber weit gefehlt. Denn eigentlich bin ich, trotz fehlender Sensationen, ähem.. glücklich. Andererseits, wenn ich mir einige Vertreter der generation 70+ ansehen, bei denen Fernsehen, lange Weile, der wöchentliche Anruf bei den Kindern und das abendliche Bier die Eckpunkte der Woche sind, frage ich mich, ob es nicht doch Zeit für ein Hobby mit kleinen "Sensationen" ist. OK, der Garten (mit den sensationell großen Maulwurfshügeln) ist ja schon mal ein Anfang. Und meine Frau hat neulich was von einem Bienenvolk erzählt....

Soweit meine, nicht fertig gedachten Gedanken, denn... nun muss ich endlich mal arbeiten....

Schönen Tag allerseits!

Kommentare:

Falcon hat gesagt…

Ein nachvollziehbares Gefühl.
Andererseits muss ich gestehen, dass ich Sensationen nicht so wirklich vermisse.
Wohldosiert in kleinerem Maße (z.B. ein erfolgreicher Auftritt mit der Band) sind sie ja immer noch ganz schön, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich allzu viel verpasse.
Ich verstehe allerdings auch nicht die Menschen, die meinen, von einer Sensation zur nächsten hasten zu müssen, vom Basejumping bis zur Besteigung aller 8000er nacheinander. Irgendwann nutzt sich ja selbst das ab - und was kommt dann?
Die Anschaffung eines Bienenvolkes ist natürlich eine vertretbare Sensation.
Namens meiner Tochter möchte ich übrigens hiermit schon einmal Interesse am selbstproduzierten Honig anmelden, sollte es denn einmal soweit sein.

Meise hat gesagt…

Ich glaube, als Kind erlebt man auch ganz anders, viel unmittelbarer und essentieller.
Und man versteht als Kind vieles noch nicht, was manche Ereignisse verklärt oder schlimmer macht.

Aber so ein Bienenvolk im Garten kan doch bestimmt auch ganz schön für Aufregung sorgen! ;)

unkita hat gesagt…

@falcon: Wenn es denn Hinig gibt. Schließlich soll das "Bergen" nicht ganz ungefährlich sein. Aber im Ernst: Die Imker haben offensichtlich ein arges Nachwuchsproblem...

@meise: Ich sags ja. Das Blöde ist, ich mag kein Hionig....

Springfloh25 hat gesagt…

Mh, ich habe in letzter Zeit auch ein wenig über Sensationen philosophiert - allerdings ist mir aufgegangen, das es bei mir eher Katastrophen waren und die wünsche ich mir dann doch nicht zurück.