Mittwoch, 11. Juni 2008

Der Plagiator

Da mir die Musikgeschichten vom Herrn Schaffner so gut gefallen, tue ich es ihn heute mal gleich. Er möge mir verzeihen. Andererseits ist es ja irgendwie auch immer ein gutes Zeichen, wenn es Nachahmer gibt. Man sollte denn mein Plagiat auch eher als Hommage an den Herrn Schaffner sehen.

Also, es waren mal der Detlef, der James, der Geoffrey, der Alex, der Martin und schließlich noch Dieter. Die mesiten von ihnen kamen, eie auch ich, aus Hamburg und ausgesehen haben sie 1975 so:

Das ist aber kein Fotos von den Karl May Festspielen in Bad Segeberg, sondern das ist der James da vorne. Der hat gesungen. Man sagt, er hätte das ganz gut gemacht. Ich fand das damals auch, weshalb ich mir die erste Platte von denen gekauft hab. Das hatte aber auch damit zu tun, dass neben "Uns Udo" danach aus Hamburg musikalisch lange nichts mehr kam.

Die Sechs hatten aber am Anfang auch Glück, bekam doch ihre erste LP (die musste man damals noch umdrehen) gleich den deutschen Schallplattenpreis. Witzig, dass ausgerechnet die Auskoppelung eines Songs über eine Zeitbombe, bei dem James in sehr Hoher Stimme (Fachleute sagen wohl Kopfstimme zu sowas) in den USA die Charts stürmte. Danach galten die Jungs als international Erfolgreich. Das hat sich dann so angehört:



1977 wäre es dann um ein Haar vorbei gewesen mit der Band, denn nur die Tatsache, dass die Band in Atlanta kurzfristig in einer Radio Show spielen mussten, verhinderte dass die in dem gleichen Flugzeug saßen, wie die Jungs von Lynard Skynard, das abstürzte.

Der Erfolg reichte aber leider nur über 3 Platten. Das vierte Album hatte dann lange nicht den Erfolg der Vorgänger. Irgendwie muss das für Misstimmung gesorgt haben, weil der Detlef, der Martin, der Geoff und dann auch der Alex die Band verließen. Damals haben sie gesagt, dass es mit dem Tourstress zu tun gehabt hätte, aber es lag wohl auch am James, mit dem es wohl nicht ganz einfach war. Auf der 5 Platte gibt es ein Song über den Ausstieg vom Alex, der immer ein guter Freund vom James gewesen war, in dem auf auf Probleme mit dem Alex angespielt wird. Aber die Probleme hatte wohl eher der James, wegen des vielen Heroins, das er nahm.

Ab 1980 ging es dann mit dem Erfolg im mehr bergab. Schade, denn auf der LP Voices hätten sie mit "More than a feeling noch mal einen richtig guten Hit landen können.



Die Band wurde mehrfach umbesetzt und löste sich 1988 dann auf. Der James erlangte dann 1992 noch einmal traurige Berühmtheit, als erste Hamburger Herointote des Jahres.

Und die Anderen: Der Detlef hat erelativ erfolgreich Filmmusik gemacht, der Geoffrey hat ein Studio aufgemacht und unter anderem die ersten CDs von Annett Louisan produziert. Von der kann man (außer über die Größe) ja sagen was man will, aber die Alben sind excellent produziert. Tja und der Alex hat es dann mit dem Detlef 2001 nochmal probiert, der Detlef ist dann aber wieder ausgestiegen. 2006 hatt der Alex dann mit ein paar anderen Jungs nochmal ne CD gemacht, aber der alte Glanz der Band war vorbei. Auch optisch...

Ach ja, mein Lieblingslied von Lake war ja immer dieser Schmachtsong....

Kommentare:

Klapsenschaffner hat gesagt…

Schaffner zieht die Schaffnersmütze!
Wieder was gelernt, und im Sendung mit der Maus-Style landet das immer so schön beiläufig im Hirn... hätten das einige Lehrer zu meiner Schulzeit gemacht, dann sähe die Sache heute anders aus. :)
Aber sehr schön!

Falcon hat gesagt…

Ach, Herr Unkita, jetzt wilderst Du auch noch auf dem Musiksektor.
Und dann auch noch so gut und unterhaltsam.
Ich fürchte, demnächst muss ich auf Weinsorten als Postüberschrift ausweichen.

unkita hat gesagt…

@schaffner: Der Dank geht an Dich!

@falcon: Musiktitel gibt es aber weitaus mehr. Ich könnte auf lange Sicht daher die besseren Karten haben, was die Posttitel betrifft. Aber wahrscheinlich ginge mir eher das "Wissen" aus.

Meise hat gesagt…

Sehr schön. Das wird hier noch zu einem Wettstreit im Musikerbiographien-Erzählen. ;)
Nur weiter so!!!
*grins*

unkita hat gesagt…

Nein Frau Meise, einen Wettstreit soll es nicht geben. Die Ehre gebührt dem Schaffern! Aber ich freue mich natürlich, das es Ihnen gefällt.

Frau Vivaldi hat gesagt…

Schmacht... soooo schön!
Lake- ja. Nicht vergessen, immer wieder schön.
Danke für die Details. Und ich hab noch was gelernt: Lynryd Skynryd hieß anfangs tatsächlich Lynard Skynard..